Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 199
(PDF, 174 MB)
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ARNOLD BÖCKLIN SELBSTBILDNIS
(Gemälde der 1860er oder 1870er Jahre)

DIE WERKE ARNOLD BÖCKLINS (f 16. Januar 1901)

IN DER KGL. NATIONALGALERIE ZU BERLIN

(Zur ersten Wiederkehr seines Todestages)
Von Hugo von Tschudi*)

\V7as d'e beiden grossen Böcklin-Ausstel-

W lungen in Basel und Berlin boten
einen Ueberblick über das Werk des Meisters
und einen Einblick in die Entwicklung seiner
künstlerischen Ausdrucksmittel das bietet
auch nur annähernd keine der öffentlichen
Bildersammlungen. Nur das Basler Museum
zeigt wenigstens einen Ansatz dazu. Dass der
Prophet zu Hause nichts gilt, haben Böcklins
Stadtgenossen nicht ganz wahr gemacht. Vielleicht
kam ihm zu statten, dass er draussen
lebte, und dass von draussen der Ruf seiner
ersten Erfolge in die Heimat drang. Wie dem
auch sei, mögen die guten Basler dem Genieflug
ihres Landsmannes noch so misstrauisch
gefolgt sein, das Gefühl, dass hier eine ausser-
gewöhnliche Macht sich äusserte, scheint stets

*) Wir entnehmen den nachstehenden Aufsatz mit freundlich
erteilter Erlaubnis einem unter dem gleichen Titel bei der Photographischen
Union in München erschienenen Mappenwerk, das in
sechs Folio-Gravüren, dazu zwölf Autotypien und der (hier mitgeteilte
) Text, den Bestand an Werken des Meisters vereinigt, wie
er sich, nicht zum mindesten dank des zielbewussten Eifers des
jetzigen Leiters der Nationalgalerie, als deren Besitz zur Zeit darstellt
. Auf die früher in dieser Zeitschrift erschienenen Wiedergaben
der betreffenden Werke ist jeweils hingewiesen. D. Red.

(Nachdruck verboten)

wach geblieben zu sein, oder wurde doch
von aufgeklärten Freunden des Künstlers wie
Wackernagel und Jakob Burckhardt immer
wieder geweckt. Nicht nur bestellte oder
kaufte man Bilder bei dem zwar vielversprechenden
, seine Eigenart aber erst schüchtern
betonenden jungen Künstler, man hat, wozu
weit mehr gehört, es verstanden, auch von
dem reifen, den Allerweltsgeschmack souverän
ignorierenden Meister Werke für die heimische
Sammlung festzuhalten. Es wurden ihm sogar
Mauerflächen in dem Museumsbau zur Verfügung
gestellt, an denen er zeigte, dass er
der Mann gewesen wäre, der deutschen Freskomalerei
den Stil zu schaffen, den die zünftigen
Wandmaler nicht zu finden vermochten. Aber
keine Behörde war erleuchtet oder mutiggenug,
dieser im höchsten Sinn dekorativen Begabung
die würdige Aufgabe zu stellen. Zwei Gönnern
blieb es überlassen, in bescheidenem Masse
dieses Versäumnis gut zu machen.

Es scheint, dass ein wirkliches Mäcenaten-
tum an die Persönlichkeit gebunden ist. Der

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