Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 237
(PDF, 174 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_05_1902/0273
PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN «C^^-

mit der Säulenfront unseres Museums der bildenden
Künste in Zusammenhang zu bringen, ist durch einen
recht ungeschickten Umbau der Müseumsfreitreppe
leider stark beeinträchtigt worden. — Der überaus verdienstlichen
regen Thätigkeit unseres Kunstgewerbemuseums
verdankten wir in der Weihnachtszeit nicht
weniger als vier Ausstellungen auf einmal: zunächst
eine solche des schlesischen Kunstgewerbes, die im
allgemeinen recht erfreuliche Fortschritte des Geschmackes
und des technischen Könnens aufwies,
namentlich auf dem Gebiete der schlesischen
Keramik und Glasindustrie; ferner brachte Frau
M. v. Brauchitsch ihre künstlerischen Stickereien
zur Ausstellung uNd Hermann Hirzel seine ausgezeichneten
Arbeiten für Buchschmuck, Ex-Libris
u. a. Endlich gesellte sich dazu die reichhaltige und
kostbare Kollektion japanischer Farbenholzschnitte
aus dem Besitze von S. Bing. Die für die zweite
Hälfte des Winters geplante Ausstellung »Das Kind
in der Kunst« muss leider wegen Erkrankung des
Direktors Dr. Masner verschoben werden; dagegen
bildet eine Reihe von Vorträgen hiesiger und auswärtiger
Redner im Kunstgewerbemuseum auch
diesmal wieder den Vereinigungspunkt der wirklich
kunstliebenden Kreise unserer Stadt. M. S.

■pvRESDEN. Das Preisgericht für die Internationale
Kunstausstellung Dresden 1901 hat einstimmig
beschlossen, dem Dresdener Architekten Wilhelm
Kreis für seine grossartige architektonische und
dekorative Ausgestaltung der Haupthalle in der Ausstellung
die grosse goldene Plakette zu verleihen.
Es wird wenige Künstler geben, die in so jungen
Jahren diese höchste Auszeichnung erhalten. Bekanntlich
hatte Kreis die Aufgabe, die Haupthalle
mit Rücksicht auf das Monument aux morts von
Albert Bartholome auszugestalten, von dem die
Stadt Dresden einen Gipsabguss erworben hatte.
Dieser Gipsabguss ist ebenso wie das grosse Relief in
farbigem Steinzeug »Die Bäcker« von Charpentier
und die bronzene Gruppe »Der verlorene Sohn« von
Bernhard Heysing dem Museum Albertinum zur
Aufbewahrung und Aufstellung übergeben worden,
bis die Stadt Dresden einen geeigneten Platz für
diese Bildwerke haben wird. Wie freilich im Albertinum
dafür Platz geschaffen werden soll, erscheint
rätselhaft. Denn hier wie in allen anderen Dresdener
Kunstmuseen herrscht ein unbeschreiblicher Platzmangel
. Ein neues Museumsgebäude ist ein unabweisbares
Bedürfnis für Dresden. Das ist auch
jüngst im Landtage anerkannt worden, indes sind
die Finanzen Sachsens so ungünstig, dass die Regierung
nicht gewagt hat, einen Posten für ein neues
Museum in den diesjährigen Haushaltsplan einzustellen
. Der nötige Raum für das Skulpturen-
Museum wäre zu beschaffen, wenn das kgl. sächsische
Hauptstaatsarchiv aus dem Albertinum entfernt
und hiefür andere Räume beschafft würden.
Ferner ist die Gemäldegalerie überfüllt, und es besteht
die Absicht, die moderne Abteilung in einem besondern
Gebäude unterzubringen, das allerdings vorläufig
noch fehlt. Endlich müssenauch neue Räume für
die Porzellan- und Gefässammlung beschafft werden,
denn das Johanneum ist so feuergefährlich, dass
bei Ausbruch eines Feuers schwerlich viel von der
Sammlung gerettet werden könnte. Allerdings ist
in den letzten beiden Jahren in dem Gebäude alles
nur Mögliche geschehen, um die Feuersgefahr zu
verringern. — Bei den Verhandlungen im Landtage
wies ein Abgeordneter darauf hin, die kgl. Gemäldegalerie
könne leicht dadurch entlastet werden, dass
man gleich dem Hübnerschen Gemälde »Disputation
zwischen Luther und Eck« noch andere Bilder in

die Provinzstädte abgebe. Der Vertreter der Regierung
Geheimrat Dr. v. Seidlitz wies auf die frühere Erklärung
der Regierung hin, die Herren Vertreter der Stände
möchten sich mit dem Direktoren der Gemäldegalerie
und der Skulpturensammlung in Verbindung setzen,
um festzustellen, ob und welche Kunstwerke abgegeben
werden könnten. Es habe sich aber bisher
niemand gemeldet. Die Regierung sei gern bereit,
Kunstwerke an die Provinzmuseen abzugeben. *

r\ÜSSELDORF. Am 15. Januar feierte Professor
Hubert Salentin, der Altmeister der Düsseldorfer
Genremalerei, seinen achtzigsten Geburtstag
in erfreulicher körperlicher Rüstigkeit und geistiger
Frische. Der »Malkasten«, dessen treues Mitglied der
Jubilar seit einem halben Jahrhundert ist, bereitete
ihm eine schöne Feier in den traulichen Räumen des
Künstlerheims. — Der Maler Prof. Ernst Roeber
ist nach Berlin übergesiedelt. tz.

W/IEN. Gustav Klimt's Ernennung zum Aka-
™ demieprofessor ist jetzt definitiv erfolgt. Dass
die ausgeprägteste Individualität unter den modernen
Wiener Malern, dass der Führer der Secession, dass
die von den akademischen Kreisen und Kunstrück-
schrittlern bestgehassteste Persönlichkeit an offizieller
Stätte, zu einem Lehramt berufen wird: das
ist für die weitere Entwicklung der bildenden Künste
Oesterreichs im modernen Sinn von nicht zu verkennender
einschneidender Bedeutung.

MÜNCHEN. Der auf dem Gebiet der Keramik
thätige KunstgewerblerTheo Schmuz-Baudiss
wurde an die kgl. Porzellan-Manufaktur in Berlin
berufen. An H. E. von Berlepsch in Maria-
Eich bei Planegg erging die Einladung, sich an der
Abhaltung der kunstgewerblichen Meisterkurse zu
beteiligen, welche das Kaiser Wilhelm-Museum in
Krefeld nach Nürnberger Muster in diesem Sommer
zu veranstalten gedenkt.

E>ONN. Die Nachfolge des Provinzial-Konservators
der Rheinprovinz, Prof. Dr. Paul Clemen auf
dem Lehrstuhl Carl Justis ist jetzt definitiv.

OERLIN. Die auf Seite 236 gegebene graphische
'-'Schöpfung
Max Klin-

ger's gilt
dem Andenken
des i. J.
1900 verstorbenen
hiesigen
Kunstfreundes
, der
u. a. auch

Klingers
»Amphitrite«
für seine

Sammlung
erworben hatte
. Bekanntlich
ist diese
dann von den
Erben desGe-

nannten
'schenkungsweise
der Nationalgalerie
überwiesen
worden. —
Dem Bildhauer
Max

paul clemen

nach einer Radierung von Marie Siein

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