Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 272
(PDF, 174 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_05_1902/0310
-sr4^> GUSTAVE MOREAU -C^^

borene Künstler im Jahre 1898 starb, vermachte
er seinem Vaterlande sein Haus in Paris, das
noch an sechstausend Gemälde, Aquarelle,
Zeichnungen, Kartons enthält, die jetzt von
einem Freunde Moreaus, Henri Rupp, in
trefflicher Weise geordnet worden sind. An
ihnen lässt sich, gleichsam von Anbeginn
an, die Entwicklung des Künstlers verfolgen,
von den noch von Chasseriau und Delacroix
beeinflussten Werken an bis hin zu denen,
in welchen, wie in der „Salome", den „Einhörnern
", sein geistiges Wollen und technisches
Können zur höchsten Entfaltung
kommen. Was man aber in diesem Museum
noch staunend erkennt, ist die durch
eine fortwährend arbeitende Phantasie genährte
einzigartige Schaffenskraft unseres
Künstlers, der allein der Tod Stillstand gebieten
konnte.

Auch darauf sei noch hingewiesen, dass Mo-
reau ein vortrefflicher Lehrer war. Er hatte
das seltene Verdienst, seine Schüler nicht
durch sein eigenes Werk zu beeinflussen, und
so kommt es, dass gerade einige seiner besten
Schüler ihm gar nicht ähneln. h. F.

DEN RUHMLOSEN

Ein edler Geist reicht jedem tapfren Krieger,

Auch wenn er ruhmlos sank,

Ein Reis vom Lorbeerbaume dar;

Stritt er auch keinem Lebenden zu Dank,

Wer weiss, ob er ein Fechter nicht und Sieger

Für kommende Geschlechter war.

Max Bewer

GEDANKEN

Luftschlösser sind unwirklich. Aber über ihre
Trümmer kann man dennoch stolpern.

W. v. Scholz

*

Merkwürdig, wie mancher Künstler dazu kommt,
lieber auf dem Acker eines anderen Stoppeln zu
lesen als auf dem eigenen zu ernten.

Sirius

*

Einer hochbegabten Natur muss zugleich ein, ich
will nicht sagen, auf das Niedrige, aber auf das
Gewöhnliche gerichteter Sinn beigegeben sein. Es
ist der Ballast, der das Schiff davor sichert, dass
es nicht dem Spiel der Winde und Wellen preisgegeben
ist.

Joh. Jacob Mohr

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