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-a-s^> WIENER AUSSTELLUNGEN
NICOLAUS GYSIS
MÄRCHEN ERZÄHLERIN
(Photograhieverlag von Franz Hanfstaengl in München)
WIENER AUSSTELLUNGEN:
SECESSION UND HAGENBUND
Wien besitzt jetzt statt eines einzigen drei
Kunstheime. Im Verlauf von wenigen
Jahren haben sich aus dem Künstlerhaus
heraus zwei Secessionen gebildet, und der
Kunstfreund, der Kritiker, sie haben vollauf
zu thun, um der Fülle neuer Erscheinungen
und Bestrebungen folgen zu können.
Besonders trifft dies in diesem Moment zu,
wo die „Wiener Secession" und der „Hägen-
Bund" in ganz kurzem Intervall ihre Ausstellungen
eröffnet haben, der „Hagen-Bund"
sogar die Premiere im neuen Ausstellungslokal
gab. Wenn die dekorative Ausgestaltung
des Ausstellungsgebäudes, durch eine oberflächliche
äusserliche Nachahmung des Wiener
Secessionsstils einerseits und durch die Verwendung
Münchener und Darmstädter Dekor-
Motive anderseits, jener Vornehmheit ermangelt
, welche stets der Stempel einer eigenen
Kunst-Konzeption ist, so entschädigt dafür
das in den Räumen gebotene Bildermaterial.
Das Gesamtniveau der Vereinigung ist ein
gutes. Sie wandelt auf mässig bewegten,
sanft ansteigenden Wegen, wie wir sie am
freundlich heiteren Hügelland lieben, Wege,
welche die Schrecken abgründiger Tiefen
nicht zeigen, aber auch nicht die Seligkeiten
freier Bergeshöhen.
Wilhelm Heyda, der Bildhauer und Maler,
dessen Temperament oft blitzartig geniale
Konzeptionen zeitigt, welche nur zu ungleich
ausgeführt, nicht genug überzeugend gelöst
sind, um dem Eindruck künstlerischer Grösse
die letzte Weihe zu geben, er hat leider diesmal
nur an der Fassade des Gebäudes ein
banales Relief, welches schon durch die
Material-Unechtheit, durch die farbig angestrichenen
Gipsmodelungen nicht als Kunst-
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