Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 318
(PDF, 174 MB)
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~s-s^> WILHELM BUSCH <ösS^

schwächter Form in Neu-München verwandelt
. Dieses ging dann in der älteren Künstlergesellschaft
auf, während 1873 die Allotria
neu gegründet wurde. Mit dieser letzteren
ging Busch und gewann dort neue Freunde ;
namentlich an Lenbach, Ernst Hanfstaengl
und Gedon hat er sich mit einer bei ihm
ungewöhnlichen Wärme angeschlossen ; letzterer
richtete ihm auch, als er den Entschluss
gefasst hatte, in Oel zu malen, ein luxuriöses,
von Antiquitäten strotzendes Atelier ein.
Busch mochte aber wohl selbst fühlen, dass
er mit dieser Thätigkeit seinem eigentlichen
Naturell untreu geworden war und gab sie
bald wieder auf.

Als er vor fünfzehn Jahren in seinem
„Von mir über mich" den wahrhaft rührenden
Schluss schrieb: „So stehe ich denn tief
unten an der Schattenseite des Berges. Aber
ich bin nicht grämlich geworden, sondern
wohlgemut; halb schmunzelnd, halb gerührt
höre ich das fröhliche Lachen von anderseits
her, wo die Jugend im Sonnenscheine
nachrückt und hoffnungsfreudig nach oben
strebt", da hatte er vielleicht nicht geglaubt,
dass er dem Schatten des Berges entronnen
, noch so lange im goldenen Abendsonnenscheine
auf ebenem Pfade weiterwandeln
würde. Es ist auch wahrlich ein
schöner Lebensabend, wenn man, wie er auf

ein so thatenreiches Leben zurückblicken und
das Bewusstsein haben kann, so unzählige
Menschenkinder, jung und alt, mit seinen
Geistesgaben beglückt und auch so viele,
die es verdienten, geärgert zu haben, und
wenn all diese Beglückten an seinem Ehrentage
dankbar seiner gedenken und ihm ihre
herzlichsten Glückwünsche entgegenbringen.

Aus dem Karikaturen- WILH. BUSCH gez.

Buch „ Jung-Münchens" „Der Compositeur am Morgen"

Karikatur auf Krempelsetzer

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