Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 319
(PDF, 174 MB)
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BENNO BECKER

BIRKEN

Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession

MÜNCHENER FRÜHJAHR-AUSSTELLUNGEN

Von Dr. Georg Habich
I.: SECESSION

J

e älter an Jahren und reifer an Kunst die
einst so jugendlich-ungebärdige Secession
wird, desto grössere Bedeutung gewinnen die alljährlich
stattfindenden Frühjahr-Ausstellungen
dieses Künstlerkreises. Bilden sie doch immer
mehr eine Truppenschau über die junge
Mannschaft, eine Frühjahr-Parade des hoffnungsvollen
Nachwuchses, und selten zieht die
Schar dieses ver sacrum vorüber, ohne dass
man in ihren strammen Reihen nicht einen
oder mehrere Neulinge bemerkte, die zu der
freudigen Hoffnung berechtigen, dass sie den
heiligen Feuerbrand im grossen Fackellauf
der Kunst rüstigen Fusses wohl eine gute
Strecke werden weitertragen dürfen, bis auch
sie, an ihrem Ruhe- und Sammelpunkt angelangt
, die Flamme wieder an jüngere Hände
weiterreichen.

Als eine solche verheissungsvolle Erscheinung
möchten wir die stattliche Kollektion
figürlicher Studien von Albert "Weisgerber
begrüssen. Wer möchte hinter diesen erstaunlich
sicher und fest hingesetzten Sachen
einen jungen Anfänger und in diesem jungen

Akademiker, dessen Element offenbar die
freie Luft und starkes Sonnenlicht ist, einen
Schüler von Stuck vermuten? Die Arbeiten
machen dem Meister nicht weniger Ehre als
dem Schüler; es gehört in der That eine
grosse und weitherzige Kunstanschauung dazu,
derart auf die Eigenart des Lernenden einzugehen
, wie es hier ein so völlig anders gearteter
Künstler als Lehrer vollbracht hat. Es
sind keine alltäglichen Probleme, die sich der,
bisher nur von kunstgewerblichen Arbeiten
bekannte, junge Künstler gestellt hat. Bäuerliche
Figuren in ihren buntfarbigen Kostümen,
von der grellen Sonne entweder voll getroffen
oder schräg gestreift, stellt er vor einen nahen
landschaftlichen Hintergrund. Strich sitzt klar
neben Strich, Fleck neben Fleck und das Ganze
steht leuchtend und körperlich rund, handgreiflich
sozusagen da. Besonders erfreulich,
wie durch die Treffsicherheit der Mache so
durch die harmonische Gesamtwirkung, ist
eine alte Dorfhexe, die mit ihrer Reisiglast
auf dem krummen Buckel sich am Wiesenrain
niedergelassen hat und dem Beschauer

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