Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 343
(PDF, 174 MB)
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MÜNCHENER FRÜHJAHR-AUSSTELLUNGEN

max kuschel

schmiede des vulkan

Frühjahr-Ausstellung der Münchener Luitpoldgruppe

seinen ebenso einfach gesehenen wie kräftig
hingestrichenen Dünenstudien, die an Reinheit
und Durchsichtigkeit des Tones ihresgleichen
suchen.

Ein einfaches Stück Natur, reizvoll nur durch
die unmittelbar überzeugende Art seiner Schilderung
, giebt Th. Esser in einer sommerlichen
Feldlandschaft. Dieselbe ungekünstelte
ehrliche Wiedergabe des Gesehenen zeichnet
eine weite Ebene mit Wolkenhimmel von Orth
aus, die namentlich durch ihre frische, klare
Luft auffällt. Ueber die mit gewohnter Virtuosität
gemalten Landschaftsskizzen von Fritz
Bär ragt diesmal ein Winterabend in Föhnstimmung
besonders hervor, ein Meisterstück
treffsicherer „Prima"-Malerei. Nennen wir
noch E. L. Plass' saftig gemalte Flussbilder
(s. Abb. a. S. 347), Horadam's „Herbst" und
eine Winterstudie von Le Suire, ferner von
dem ausgezeichneten Schilderer des Schneefeldes
C. Küstner einen „Wintertag" mit
schwerblauem Himmel und den rotleuchtenden
Ziegeldächern eines Dorfes im Hintergrund, sowie
eine reizende Frühlingsstimmung aus dem
an malerischem Reiz ganz unerschöpflichen
Isarthal (s. S. 344), so ist der Reichtum an landschaftlicher
Malerei noch nicht zu Ende. Mit
Franz Hoch, der mit einer kapriziös komponierten
Silberpappelgruppe in weiter Ebene

sehr wirksam vertreten ist, berühren wir bereits
den Kreis eines auf stärkere Dekorationswirkungen
, sowohl im Ton wie in der räumlichen
Anordnung gerichteten Landschaftsstils.
Hier wären dann vor anderen Urban, mehr
noch einiger freier Studien von lebendigem
Vortrag, unter denen eine Vedute von Porto
d'Anzio hervorragt, als seiner wie immer ausgeglichenen
italienischen Ansichten wegen
(s. Abb. a. S. 341) zu nennen. An grossliniger
Komposition wetteifert mit dem Maler des
Albanersees diesmal Ubbelohde in seiner
romantischen „Landschaftsskizze aus Hessen",
nur dass er hier, ebenso wie in einem auf feines
Grau und Grün gestimmten Kornfelderstück
den Gesamtton einer eigentlich farbigen Wirkung
unterordnet. Die weissdunstige Hitze
eines hochsommerlichen Erntetags ist in dem
letztgenannten Bild mit wundervoller Intensität
zum Ausdruck gekommen.

Vielgewandt und vielgestaltig tritt Geffcken
auf. Jedes neue Problem, das der Künstler ergreift
, bereichert seine technischen Ausdrucksmittel
. Wer würde in dem sorgfältig studierten
Interieur mit der alten Bäuerin (s. S. 340)
denselben Künstler wiedererkennen, wie in
dem skizzenhaft leichten Rokokobildchen
einer abendlichen, von Nebelschleiern eingehüllten
„Kahnfahrt". Oder wer möchte

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