Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 402
(PDF, 174 MB)
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•^s^)- PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN -C^^

Nilischen Tiergarten in Stuttgart findet Kerschen-
steiner seine geliebten Modelle beisammen, wie er
sie nur haben will. Freilich, es sind keine sehr
gefälligen Modelle und man hat seine liebe Not
mit ihnen, die in ganzer Gestalt meist nur dann
zu studieren sind, wenn sie — der Verdauung pflegen,
während man sonst auf das Studium der Details angewiesen
ist, bis man sich eine solche Formenkenntnis
angeeignet hat, dass mit Erfolg an die Darstellung
des ganzen Tieres gegangen werden kann.
Namentlich die Affen leisten in einer ausgesucht boshaften
Vereitelung der beabsichtigten Studien, die
oft geradezu absichtlich erscheint, ganz ausserordentliches
. Auf unseren Abbildungen erscheint besonders
der ruhige forschende Blick des Löwen (s. unten) gut
gelungen, ebenso die weiche Trägheit des ruhenden
Tigers (S. 403). In Zukunft wird das Auge des Künstlers
wohl noch mehr auf das Wesentliche und
Charakteristische gerichtet sein. T.

DERLIN. Prof. Jos. Uphues hat für die Düssel-
dorfer Ausstellung zwei Kolossal-Reliefporträts
des Kaisers und des Kronprinzen modelliert. Die
Architektur des jetzt dem gleichen Künstler definitiv
in Auftrag gegebenen Kaiser Friedrich-Denkmals für
Charlottenburg beruht auf dem Entwürfe des Architekten
Otto Schmaltz. Sie zeigt eine Terrasse mit
emporführenden Stufen, in deren Mitte sich das
Reiterstandbild Uphues' auf einem von Dornen-
geflecht umschlungenen Sockel erhebt, vor dem auf
einem Säulenstumpf die Kaiserkrone ruht. Die
Rückwand wird beiderseits von reliefgeschmückten
Pylonen abgeschlossen, die von den Figuren eines
Apollo und einer Athene bekrönt werden. Für die
Architektur ist Granit, für die beiden Idealfiguren
Marmor, für das übrige Bildwerk Bronze in Aussicht
genommen. — Prof. Adolf Brütt ist mit
der Ausführung zweier Nischenfiguren beauftragt
worden, die, »Gesetz« und »Recht« versinnlichend,
für den Sitzungssaal des preussischen Abgeordnetenhauses
bestimmt sind. Für seine Vaterstadt Husum
hat derselbe Künstler den Entwurf eines Marktbrunnens
fertiggestellt, der . in Granit ausgeführt
werden soll und in dekorativen Köpfen und Reliefs
auf die Beschäftigungen der Einwohner hindeutet,
als obere Bekrönung aber die Figur eines Mädchens
in heimischer Volkstracht mit einem Ruder über
der Schulter trägt.

■pvRESDEN. Zu Mitgliedern der hiesigen Akademie
der Künste sind erwählt worden: der Architekt
Bruno Schmitz in Charlottenburg, der Bildhauer
Professor Christian Behrens in Breslau, der
Maler Prof. Heinrich Zügel in München und der
Maler James Guthrie in London. - - In dem Wettbewerbe
, den die Stadt Dresden für hiesige Bildhauer
ausgeschrieben hatte, hat das Preisgericht von neun-
undsechszig sich daran beteiligenden Künstlern
fünf mit Preisen von je 1000 Mk. bedacht zur Herstellung
von Modellen nach den prämiierten Skizzen:
Bruno Fischer (zwei Brunnen mit je einer nackten
weiblichen Gestalt), R. D. Fabricius (kugelschleudernder
Athlet), Richard König (Befreiung der
Andromeda), Karl Gödicke (Nischenbrunnen),
Friedrich Hecht (Jesus betend in Gethsemane).
Belobigungen erhielten noch elf Skizzen, darunter
noch zwei von Richard König. *

A/IÜNCHEN. Die hiesige Luitpold-Gruppe zählt
zwar viele tüchtige Landschafter zu ihren Mitgliedern
, immerhin aber würde man ungern in deren
Ausstellungs-Ensemble, wie es sich alljährlich in
der Frühjahr- und Sommer-Ausstellung erneuert,
die so durchaus eine ganz persönliche Note zeigenden
Schöpfungen Franz Hoch's vermissen. Der
1869 zu Freiburg i. Br. Geborene ist künstlerisch
aus der Schönleber-Schule in Karlsruhe hervorgegangen
, allwo er in den Jahren 1889—1896 studierte
. Stets auf die Vermittlung eines ihm gewordenen
Natureindrucks ausgehend, weiss der im
Laufe der Jahre vielgewandt gewordene
, aber nie flach wirkende
Künstler seinen in Stimmung und
Farbenabtönung so feinen Landschaften
(unsere Leser kennen
manche aus den hier veröffentlichten
Abbildungen) stets den
geheimnisvollen Reiz der jeweils
dargestellten Scene zu wahren.
Auch die diesem Hefte beigegebene
Original - Lithographie
Franz Hochs, die als Probe seiner,
neuerdings öfters wiederholten
Bethätigung auch auf graphischem
Gebiete gelten mag, zeigt
die schöpferische Kraft unseres
Künstlers, die auch mit einfachen
Mitteln viel zu sagen weiss. —
In der Konkurrenz um das in
Kempten von der Stadt unter Zu-
schussieistung aus dem staatli-
chenKunstfond geplante Brunnendenkmal
wurde der erste Preis,
in der Ausführung bestehend,
dem Bildhauer Georg Wrba zuerkannt
. Durch zwei Geldpreise
mit je lOOOMk. wurden die beiden
Entwürfe der Bildhauer Hubert
Netzer und Ignat. Taschner
ausgezeichnet. — Prof. Dr. Franz
von Lenbach wurde durch die
Verleihung des Grosskreuzes des
Stanislaus-Ordens ausgezeichnet.

JOS. KERSCHENSTEINER del.

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