Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 416
(PDF, 174 MB)
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unausgeführt geblieben sind, trotzdem sie von
der künstlerischen Kommission einstimmig
als die besten der damals ausgeschriebenen
Konkurrenz empfohlen worden waren.

Volz hatte sich für seine Entwürfe sowohl
in der typisch vereinfachenden Darstellung
der Gegenstände (Kreuzigung und Jüngstes
Gericht), wie in der strengen Formgebung
und in der tiefleuchtenden herrlichen Farbenkomposition
in entscheidender Weise von
den altchristlichen Mosaiken, den feierlicherhabensten
Werken kirchlicher dekorativer
Kunst, anregen lassen. Und doch hat er die
eigene Persönlichkeit nie verleugnet, nicht
mit dem rein äusserlichen Mittel eines starr
archaisierenden Stils jenen grossen Vorbildern
nachgeeifert. Wenn z. B. auf dem Bilde des
Jüngsten Gerichts der Engel mit dem Flammenschwert
(s. S. 428) düstere Strenge, beinahe
dämonischen Zorn verkörpert, so ist die
Gruppe des Engels, der einer Mutter ihr früh
verstorbenes Kind zu ewiger Wiedervereinigung
zuführt (s. S. 429), voll reinster Innigkeit
und süsser Milde; dabei farbig in dem tiefen
weichen Accord von Dunkelblau, hellerem Blau
und Violett von fast musikalischer Wirkung.

Noch ein zweites Werk kirchlicher Kunst
sollte er nicht über die ersten Entwürfe
hinausbringen, es war das Fresko für die
Apsis der neuen protestantischen Kirche in
Schwabing, vor dessen Ausführung ihn der
Tod hinwegraffte. Ineinerschönensymmetrisch

sich aufbauenden Komposition hatte er den
Stufengang des christlichen Lebens im Schutze
desGekreuzigten schildern wollen: es versprach,
eine Schöpfung voll feierlicher Freudigkeit, voll
der vertrauenden Ruhe gottessicherer Seelen
zu werden. Wie lebendig im Innern dieses
Künstlers, der so gern sonnige Lebenslust
und unbefangenen Daseinsgenuss in seinen
Bildern verherrlichte, von der Kindheit her
der Ernst der biblischen Erzählungen und
Verheissungen nachklang, das sieht man aus
seinen Grablegungs-Bildern. Die eine Fassung
in zwei ausgeführten Bildern (1896 und 1900)
und einem grossen, noch stärker wirkenden
farbigen Karton (s. S. 425) durchgestaltet, zeigt
im Vordergrund, am Eingang zum Felsengrab,
einen trauernden Engel in Jünglingsgestalt,
mit grossen Flügeln, in der Hand eine Fackel,
deren Flamme grell in die beginnende bläuliche
Dämmerung lodert; im Hintergrunde tragen
die Getreuen den Leichnam des Herrn herbei.
Die andere Fassung, durch fünf oder sechs
Anläufe und Farbenskizzen herangereift zu
dem fertigen Bild, das der bayerische Staat aus
dem Nachlass für die Pinakothek erworben hat
(s. S. 417), lässt uns aus dem Innern der Gruft
über den noch leeren Steinsarkophag hinweg
in die felsige Landschaft blicken, durch die
wieder dieselbe Gruppe, wie in der ersten
Fassung, sich nähert. Zu beiden Enden des
Sarkophags aber stehen mit hohen brennenden
Kerzen je ein weinender Putto. Ganz

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