Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 427
(PDF, 174 MB)
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-jt4^> PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN -C^=^

9. Juni wird hierorts die 29. Hauptversammlung der
Verbindung für historische Kunst abgehalten werden.

l/'ARLSRUHE. Aus Anlass des fünfzigjährigen
Regierungs-Jubiläums hat der Grossherzog von
Baden folgende Auszeichnungen an hiesige Künstler
verliehen: Dem Akademie-Professor Ludwig Dill,
I. Vorsitzenden der Jubiläums-Kunstausstellung, das
Kommandeurkreuz des Zähringer Löwen-Ordens;
dem Maler Karl von Bayer - Ehrenberg, Konservator
des badischen Kunstvereins und Schriftführer
der obigen Ausstellung, das Ritterkreuz des
Berthold-Ordens. Den Professoren-Titel erhielten:
der Nestor der Karlsruher Künstlerschaft, Landschaftsmaler
August Hörter, und die beiden
Leiter der hiesigen Malerinnen-Akadamie Max Roman
und Otto Kemmer. Ferner wurde der bekannte
hiesige Kunstmäcen und Ehrenbürger der
Stadt Karlsruhe, Maler Wilhelm Klose, mit dem
Zähringer Löwen-Orden I. Klasse dekoriert. q

A ACHEN. Am 29. April sind mit der Einweihung
des neu ausgeschmückten Sitzungssaales im
Kreishause des Landkreises Aachen die Wandgemälde
, die Prof. Arthur Kampf für diesen Raum
geschaffen hat, der breiteren Oeffentlichkeit zugänglich
geworden. Von den Bildern ist eins allegorischer
Art; es stellt den von der bewaffneten Macht

beschützten Frieden dar. (Vergl. d. Abb. des Kartons
XIV. Jahrg. S. 284.) Die vier anderen nehmen mit
glücklich dem Leben abgelauschten Scenen unmittelbar
auf die Thätigkeit eines Kreistages Bezug. Zwei
schildern die Kinder- und Altersfürsorge, die beiden
anderen die Industrie und die Landwirtschaft als die
wichtigsten Erwerbszweige des Kreises. Das wenig
gelungenste von allen fünf Bildern dürfte ohne Zweifel
die Allegorie sein, an der Kampf selbst ersichtlich
keine rechte Freude gehabt zu haben scheint. Die
weibliche Figur des Friedens mutet wenig originell
an, der schwer gepanzerte Mann an ihrer Seite hat
in seinem bartlosen Gesicht einen ausgesprochen
schauspielerischen Zug. Eine sehr glückliche Hand
hat dagegen der Künstler auf den vier anderen Gemälden
bekundet. Auf ihnen zeigt sich sein gesunder
Realismus auf der vollen Höhe seines Könnens. Insbesondere
auch koloristisch sind alle Bilder vorzüglich
gelungen. Auf der Scene aus dem Eisenhüttenwerk
ist der Wiederschein des Feuers, das mit roten
Reflexen die halbnackten Körper der Arbeiter ausspielt
, von geradezu prächtiger Wirkung. Die Gemälde
sind in Case'infarben ausgeführt. Hervorzuheben
ist, dass Kampf es geschickt verstanden hat,
die an sich langweilige Architektur des Saales durch
Bemalung der Pilaster, durch geschmackvolle Einrahmung
der Bilder und durch Ornamentierung der
Decke zu beleben. S.

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