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Aus der V. Ausstellung der Berliner Secession
der Hamburger Kunsthalle, unter denen das
Bildnis Chrysanders das interessanteste ist,
und eine köstliche Gartenlandschaft vertreten,
Theodor Hummel, der feinsinnige Tonmaler,
durch sein von früher her bekanntes „Selbstbildnis
" (Abb. XV. Jahrg., S. 365). Josef
!
LOUIS TUAILLON
(Berliner Secession)
ENTWURF EINES KAISERFRIEDRICH
- DENKMALS «
Block hat seit Jahren kein als Auffassung
und Malerei so gelungenes Porträt geschaffen
wie seinen „Träumer" (Abb. s. S. 444), der die
Erinnerung an Fantin-Latours schöne Arbeiten
wachruft. Paul Baum excelliert mit einigen
vortrefflichen impressionistischen, CurtHerrmann
mit amüsanten neo-impressionistischen
Landschaften. Leistikow bietet mehrere
ernsthafte Landschaften, wie man sie in
diesem Winter bereits bei Cassirer sah. Ein
selbständiges Talent scheint in Friedrich
Latendorf heranzuwachsen, der einen seltsam
biedermeierischen Neu-Strelitzer „Tiergarten
" und einen mit malerischer Empfindung
gesehenen „Kuhstall" vorführt. Ludwig
v. Hofmann zeigt ältere Werke, ein „Verlorenes
Paradies" in guter Farbengebung
(Abb. IX. Jahrg. S. 296), ein auf delikates
Grau gestelltes „Idyll" und eine Gruppe
„Badender Mädchen" (Abb. s. S. 451). Dora
Hitz und Lepsius geschmackvolle Damenbildnisse
, Neven-Du-Mont ein Selbstbildnis
(Abb. s. S. 434), das ungleich selbständiger
wirkt als seine früheren Bilder. Linde-Walter
lässt neben einer „Waschküche" wieder ein
gut gemaltes „Kinderfrühstück" sehen (Abb.
s. S. 444). In Karl Walser haben Th. Th.
Heine und Vuillard einen Nachahmer gefunden
. Bei Martin Brandenburg tritt
neuerdings ebenfalls die Neigung, die Palette
aufzulichten, hervor. Sein grosses Bild „Hoch
oben" hat im Landschaftlichen schöne Momente
. Weniger glücklich erscheint die aufgepfropfte
„Idee". Ein anderes Werk des
Künstlers „Cadmus" hat wieder Gutes in der
Idee, ist aber im Wirklichen verfehlt. Es fehlt
der Ausstellung nicht an guten Schöpfungen
von Hans Thoma und Theodor Hagen.
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