Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 477
(PDF, 174 MB)
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-*~ss5> PERSONAL-NACHRICHTEN VON AUSSTELLUNGEN <^Mp-

Raffael Schuster-Woldan ausgeführte Deckengemälde
ward nach seiner erfolgten Vollendung im
Atelier des Künstlers zur Besichtigung ausgestellt.
Das Bild ist für das achteckige Mittelfeld der Kassettendecke
des Saales bestimmt, die noch mit
weiteren acht Bildern, vier Eckstücken und vier
Langfeldern geschmückt werden wird. Die besonders
in der Darstellung weiblicher Anmut so reiz- und
geschmackvolle Kunst Raffael Schuster-Woldans
feiert in dieser Schöpfung erneute Triumphe. Ein
grosser dekorativer Zug geht durch das Ganze, das
durch ein sicheres Farbengefühl zusammengehalten
wird. Im Kreis gruppieren sich im freien luftigen,
in der Mitte leeren Raum sinnbildliche Gestalten,
auf Wolken schwebend oder an Bailustraden gelehnt
, als Hauptfigur (nach Anbringung des Gemäldes
dem Sitze des Reichskanzlers gegenüber)
die Gerechtigkeit mit verbundenen Augen, die
Wage in der Hand. Links von ihr sieht man allerlei
feindliche Gewalten, erregt, doch in massvoll schöner
Bewegung, rechts leitet ein nackter Krieger mit
Schwert und Aegis, als Repräsentant weihevoller Ruhe
gleichsam, zur friedlichen Gruppe dreier Frauen hinüber
, von denen eine einen fliegenden Adler zu sich
heranlockt. Im Hintergrund zeigt sich auf dieser Seite
eine Gruppe disputierender männlicher Gestalten. —
In der Brunnen-Konkurrenz für Bad Reichenhall, von
deren einstweiligem Ausgang wir im letzten Heft berichteten
, verlautet, dass die Stadtvertretung von
Reichenhall die Verwerfung des KiLLER'schen Entwurfes
beschlossen habe und dem von Prof. Rudolf
Maison ausgearbeiteten Entwurf den Vorzug gebe.

/GESTORBEN: Am 1. Juni in Passaic bei New
York Werner Böcklin, der einzige noch
lebende und älteste Bruder Meister Arnolds; in

Dresden am 4. Juni der Hofkunsthändler Adolf
Ludwig Gutbier, Inhaber von E. Arnolds Kunsthandlung
; in Leipzig der Kunstschriftsteller Hans
Merian; in Badenweiler am 11. Juni, sechsund-
dreissig Jahre alt, Prof. Otto Eckmann-Berlin,
einer der Hauptbahnbrecher der modernen kunstgewerblichen
Bewegung. In der »Dekorativen Kunst«
wird seiner ausführlich gedacht werden.

VON AUSSTELLUNGEN

JV/IÜNSTER. Die diesjährige Ausstellung des
^* Westfälischen Ausstellungs-Verbandes, der die
beiden Städte Münster und Bielefeld umschliesst,
war wieder sehr reich, mit über fünfhundert
Nummern beschickt, in erster Linie von unserer benachbarten
Kunststadt Düsseldorf und von München;
aber auch Berlin, Karlsruhe, Weimar, Königsberg
waren in ihren verschiedenen Richtungen sehr gut
vertreten. Trotz der gegenwärtigen schlechten Zeitverhältnisse
blieb der Erfolg der Ausstellung nur
wenig hinter früheren Jahren zurück: es wurden in
Münster für 16075 M., in Bielefeld für 18260 M.,
im ganzen für 34335 M. Oelgemälde und Aquarelle
angekauft. J.

FRANKFURT a. M. Der Galerie des Städelschen
*■ Kunstinstituts sind zwei wertvolle neue Erwerbungen
zu teil geworden: ein Gemälde von Wilh.
Leibl, einen alten Bauern an der Seite einer jungen
Bäuerin darstellend, das gemeinsam von Institut
und Museumsverein um den Preis vom 33000 M.
angekauft wurde und ein Selbstbildnis von Hans
Thoma, das Freunde und Verehrer des Meisters
stifteten.

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