Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 495
(PDF, 174 MB)
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-^sö> MÜNCHENER SECESSION: SOMMER 1902 <ö£^

suchen würde) das Porträtmässige hervor,
so sehr auch diese Bilder im ganzen als
Raum- und Licht-Impressionen sich geben!
Auch Leo Putz hat mit dem Bilde eines
jungen weissgekleideten Mädchens im sonnendurchleuchteten
Grün einer grossblätterigen
Laube zugleich ein vortreffliches, lebensvoll
anmutiges Porträt geschaffen und einen unmittelbaren
Natureindruck künstlerisch gestaltet
. Hans Anetsberger hat einen Knaben
mit rotbäckigem, biederen Kindergesicht gemalt
, der neben seinem Reit-Eselchen im
Freien steht (s. S. 487): der Vater des Kindes
ist, wie der Katalog verrät, der Fabrikbesitzer
Herr Rossner in Zeitz, einer der heutzutage
in Deutschland noch so seltenen Mäcene, die
mit feinem Verständnis und freigebiger Hand
die Künstler fördern.

Ein unbedingtes, bezwingendes Meisterwerk
grossen Stils, wie es Zuloagas „Consuelo" ist,
wird man unter den Münchener Porträts dieses
Jahres vergeblich suchen. Bei den Landschaften
sind es die alten guten Namen mit
guten, aber nicht neuen Arbeiten: Benno
Becker (s. S. 485) und Paul Crodel (dieser
gerade diesmal matter als sonst), G. Flad und

B. Buttersack (s. S. 487), W. L. Lehmann und

C. Th. Meyer-Basel, Alois Hänisch undRiCH.
Kaiser (s. S. 497) und andere. Man verstehe
mich nicht falsch: ich halte nichts für thörich-
ter, eventuell auch für schädlicher, als wenn
Publikum und Kritik in jedem neuen Jahr
von demselben Künstler eine neue Häutung
verlangen. Aber wünschenswert wäre ein
rascherer Zuwachs neuer Leute, die dem
Gebiet wieder einen neuen Streifen eignen
Landes zuerobern. Weder H. Frobenius,
von dem man nach einer Kollektiv-Ausstellung
im Kunstverein so etwas zu hoffen
anfing, erfüllt vorläufig diese Hoffnung, noch
R. Pietzsch, der in einem mit Karl
Haider verwandten Sinne, wenn auch auf
ganz anderen Wegen eine Monumentali-
sierung des Staffelei-Landschaftsbildes anzustreben
scheint. Wenn Haider sich eine besondere
Art liebevoller Detailmalerei geschaffen
hat (s. S. 503), so steht Pietzsch gerade dem
Detail der Naturformen mit einer gewissen
Lieblosigkeit gegenüber, die sich (liege das
nun an technischen Mängeln oder an noch
ungereifter Anschauung) noch nicht zu einer
wirklich stilvollen Vereinfachung erheben

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