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■sr-5^> JAHRES-AUSSTELLUNG IM MÜNCHENER GLASPALAST
HANS VON PETERSEN
HOCHSEEBILD
Jahres-Ausstellung im Münchener Glaspalast: Münchener Künstlergenossenschaft
maier" — allerseits geschätzt, und noch beliebter
imgrossen Publikum wurdein denletztenjahren
ein anderes Genre, das er in seiner durchsichtig
lasierenden Technik mit Virtuosität beherrschte,
seine schönen Fischstilleben. Hierzu kommen
nun eine Reihe wertvoller Porträts, offenbar
aus älterer Zeit (z. B. „Richard Paul", „ A. Zimmermann
" und ein blasser Frauenkopf mit
schwarzem Spitzenschleier), deren lockere und
delikate Malerei aufs höchste überraschen
muss. Ferner finden sich reizvoll behandelte
Interieurstudien aus Bauernhäusern, wie die
„Stube aus Hagnau" oder das braune Zimmer
mit dem Schweizer Kachelofen. Aber auch das
freie Licht der Sonne hat Zimmermann nicht
gescheut, wie eine Reihe in diskreten Tönen
behandelte Gartenstudien mit und ohne Staffage
darthun, von denen z. B. die beiden „Im
Baumgarten" und die Skizze „Laube in Meersburg
" als Meisterstücke weicher Tonmalerei
gelten dürfen. Von seinen grösseren Genrebildern
ragt eine „Fischfrau mit Kind" hervor,
ein Stück, das man an Schönheit des Gesamttons
etwa Hirth du Frenes' berühmten
Hopfenleserinnen und Munkacsys besten Arbeiten
getrost an die Seite setzen darf; ein
Werk, würdig in einer Staatsgalerie aufbewahrt
zu werden.
Der östliche Flügel gehört ausschliesslich
der Münchener Kunst. Hier finden sich in
den neugewonnenen Sälen die besten Namen
der Künstlergenossenschaft. F. A. v. Kaulbach
nimmt eine ganze Wand ein mit einem
repräsentativen Prinzregenten und vornehmen
Frauenbildnissen, unter denen ein weiblicher
Studienkopf von grossartigem Schnitt der Züge
den Preis verdient und ferner das ausgeführte
Bildnis einer eleganten jungen Engländerin in
nobel behandelten, durchsichtigen Seidenstoffen
, in den schönen, beringten Händen
zwanglos ein Paar Levkojen haltend (Abb. s.
S. 511). Am freisten gemalt ist ein Kinderkopf
mit blonden Ringellocken und weissem Filzhut.
Benachbart davon hängt ein kräftig hingesetztes
Mädchenbildnis von Gussow: Pensee
auf maigrünem Grund mit Sonnenflecken,
ferner ein durch seine Schlichtheit anmutendes
Porträt einer jungen Dame im Promenadekostüm
von Papperitz, zwei neue Gabriel
Max und ein in herrlichen Purpurfarben prangendes
und wunderbar zusammengehaltenes
Blumenstück mit grünem Papagei von Adam
Kunz. Der Lenbachsaal leidet in diesem Jahr
empfindlich unter der Konkurrenz der Künstlerhausausstellung
. Nachdem ein wenigstens sehr
effektvolles Konterfei Reinhold Begas, neuer-
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