Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 38
(PDF, 126 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0050
pereR Bebens c^i

Bettbezug * Rusgeführt uon Diefenbach-Römer, Darmftadt

laffen. tPeldi fortfdircitenbe Seljnfudit muß
nidjt in ber Generation leben, roenn ber
Künftler ben Priefter ablöft unb ber lTIenfd]=
rjeit fjeil oerkünbet. Der langfamen Por=
roärtsberoegung bes religiöfen Inftinktes ge'rjt
ber Plan oon Berjrens fcrjnell ooran; aus ber
Frage roirb bie Irjat, unternommen mit bem
fuggeftioenCiferlautererlieberzeugungskraft.

Wir nergleidjen bas üerfpredien mit unfern
Forberungen unb fudien zu erkennen, unter
roeldien Bebingungen iljnen in ("oldiem feft=
lidien Raum Genüge getrjan werben kann.

lieben ben febensftoffen, bie, zu Symbolen
gefteigert, oon ber Kunft bem Kreis ber Fln=
bäditigen gezeigt roerben, oerlangen roir ein
rjörjeres Symbol ber eroigen ITIyfterien, bamit
ber religiöfe Einklang ber Gemüter rjergeftellt
roerbe. £in Kultus oljne Sakramente, oor
benen bas Oolk anbetenb nieberkniet, ift ein
eleufinifcrjer Sonberkultus für eine Brüber=
fcrjaft prjilofopliirdier Geifter. Der ITTenfcl],
felbft ber beirußte einer großen £pod]e, roill
nid]t nur mufikalirdj angeregt unb aufgeregt
fein, fonbern audj überzeugt werben. Cr

kommt nid]t fo feljr als Genußfreubiger,
benn als Fragenber. Das Sdjickfal, bas irjn
auf allen tDegen broljenb anglotzt, roill er
religiös erklärt ober es künftlerifcrj in typi=
fctien Beifpielen bargeftellt roiffen, bamit er
es im Großen unb Kleinen befiegen lerne.
Sd]önlieiten ! o ja, bie fnenfcrjfjeit ift hungrig
barnadj; aber nodj meljr nerlangt fie nad]
bem befreienben IPort, bas ben Sinn bes
Spfjin^rätfels löft, bas roill fagen: zu löfen
fdjeint. llidit IPiffen roill fie, fonbern innere
tUarjrtjeiten, lllufionen, bie Selbftbejarjung
tjeruorrufen unb als tPal)rt]eiten gefüllt
roerben. üiefe finb bem Künftler fo nötig
roie bem Eaien. Das fjeroorbringen bes
großen Symbols ber Göftlid]keit ift ber Kunft
allein nidit möglidi unb bie ftilifierenbe Sym=
bolifierung ber febenserfdjeinungen bebingt,
roenn fie nid]t balb ber toten Allegorie oer=
fallen foll,einunenblidiesRealitätsberoußtfein.
üiefes aber kann fid] nur bann frei künft=
lerifdi entfalten, roenn bie religiöfen Probleme,
bie roie eine Sorge laften, bem Sdiaffenben
oon ber Seele genommen finb. Um kräftig
tief ins Ceben zu taudien unb bie £rfcrjeinungs=

38


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0050