Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 56
(PDF, 126 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0068
p4sö> KUNST FÜR DIE ARMEN <^=^

C. H. TOWNSEND. THE WHITECHAPEL ART-GALLERY

gute Gelegenheit, einen Blick
in das Kunstschaffen dieses
trefflichen Künstlers zu werfen
). Ferner waren vertreten
Rossetti mit zwei Oelbildern
und vielen Studien, Millais
mit seinem berühmten Jugendwerke
„Die Tischlerwerkstätte",
G. F. Watts, Hughes und andere
, so dass der obere Saal
eigentlich ein Präraffaelitensaal,
und als solcher für jeden Besucher
der Glanzpunkt der Ausstellung
war. Der andre Saal
enthielt moderne Werke andrer
Künstler; von Werken der alten
Kunst war nur eine ganz kleine,
aber ausgewählte Anzahl Bilder
vorhanden. Der Erfolg des
Unternehmens war in den Prä-
raffaelitenbildern zu suchen.
Hier liegt zugleich das Lehrreiche
der Veranstaltungen: sie
wirken durch den ausgesprochenen
Kultus des Nationalen.
Hier wie überall in England
begegnen wir diesem Kultus, den
man mit dem wohlthuenden
Enthusiasmus und der Einseitigkeit
betreibt, die hier allein zum
Ziele führen. Besucht man in
England die Entwurfsklassen der
Kunstgewerbeschulen, so ist es
Ford Maddox Brown, dessen
Gestalten hier für die figürlichen
Entwürfe als Vorbild gegeben
werden, als Höchstes in Stoffen,
Tapeten und Wandgehängen gilt
jedem Engländer mit vollkommener
Selbstverständlichkeit das
Lebenswerk William Morris,
als erstrebenswerter Wandschmuck
jedem einzelnen des
Volkes die Bilder nach Gemälden
von Rossetti, Burne-
Jones und Brown. Das ist
Volkskunst und Heimatskunst.
Wir könnten bei geringerer
Veranlagung zum Kritteln und
mehr gutem Willen und Selbstbeschränkung
aus unsern Böck-
lin, Klinger, Thoma, Greiner
u. s. w. dieselben echt volkstümlichen
Künstler machen wie die
Engländer aus ihren Präraffae-
liten. Diese haben denselben
ausgesprochenen deutschen Zug,
wie jene den englischen, und

56


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0068