Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 127
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VIA MIQUEL <^M?-

VILLA PETERSMANN, LEIPZIG « SPEISEZIMMER

nie gehört, dass« Künstlerverbände einen vernünftigen
Versuch zur Kunstpolitik gemacht
hätten. Das Verhältnis der Berufspolitiker
zu jeder Art von Kunstfragen ist bekanntlich
hoffnungslos; man denke nur an die famose
Gipsdebatte im Reichstag und an die Erlebnisse
Stuck's und Hildebrandt's. Hier ist
noch nie ein armes Wort gesprochen worden,
das auf den ursächlichen Zusammenhang von
Industriealismus und Kunstbewegung hingewiesen
hätte, das die Scheinerfolge der mit
grossem Trara inaugurierten Exportpolitik
einmal den Opfern gegenübergestellt hätte,
die das Handwerk als sozialer Stand der
Kunstindustrie seit Jahrzehnten bringen muss,
indem es seinen besten Nachwuchs in einem
Zwischenstand korrumpieren sieht, der gleich
weit von Handwerk, Industrie und Kunst entfernt
ist. In der politischen Presse endlich
muss man bis zum Brechreiz von den Problemen
des neuen Zolltarifs lesen, der uns
doch sehr gleichgültig ist, während eine entscheidende
Frage zukünftiger wirtschaftlicher
Gestaltung mit keinem Worte berührt wird.

Alle Berufskreise der angewandten Künste
haben grosse Ursache, über Miquel's Tod zu
trauern. Er war der einzige Staatsmann
unserer Tage, der die Lage des Handwerks
mit modernem Empfinden erfasst hat und
ganz der Mann, sehr ernsthaft mit Imponderabilien
zu rechnen. Die Worte, die der Sieben-
zigjährige einst zu Handwerkern gesprochen
hat, beweisen ein Verständnis, wie nur ein
so an historischer und wirtschaftlicher Erfahrung
Reicher es am grünen Tisch bewahren
konnte:

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