Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 175
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-^4sö> THEODOR FISCHER -C^=M^

ENTWURF DES PLAFONDS IN DER ERLOSERKIRCHE IN SCHWABING

der mathematischen Exaktheit, das Zeitalter
der Symmetrie. Nichts ist bezeichnender
als die Wandlung, die dieses Wort seit seiner
Jugend bis zu seiner jetzigen Begriffsdürre
durchgemacht hat, von seiner grundlegenden
kunsttheoretischen Bedeutungbei den Griechen
(für uns eine versunkene Atlantis), die mit
dem heutigen nüchtern mathematischen Begriff
der Gleichheit nach einer Mittelachse
auch nicht das geringste zu thun hat, bis
zu der fast unumschränkten Herrschaft dieses
Begriffes, die wir in allem, was jetzt gebaut
wird, sehen. Für viele, auch viele, die so
dem Namen nach zu den Gebildeten gehören,
gilt symmetrisch fast gleich mit schön. Kann
jemand ein Schulhaus nennen aus jener Zeit,
das wagte die Symmetrie zu verletzen?

Wenn unsere Schulgebäude den unerfreulichen
Stempel der beschriebenen Kunst- und

Geistesrichtung in ganz verdichtetem Ausdruck
tragen, so kann man das zum Teil dem
Umstände zuschreiben, dass in diesem Gebiete
der Baukunst fast gar keine Ueberliefe-
rung vorhanden war. Man hat anzunehmen,
dass in den Klöstern oder wohl auch beim
Schulmeister in der Wohnung die Schule
„gehalten" wurde. Auf dem Lande wird der
Schulmeister sogar gewissermassen auf Stöhr
von Hof zu Hof gewandert sein. Die Schule
entbehrt also im Gegensatz zur Kirche in
der Hauptsache der baulichen Ueberlieferung,
sie folgt aber insofern dem Beispiel der
Kirche, als auch die Entwicklung des Schulhauses
sich vom grossen ins kleine, vom
Städtischen ins Ländliche von selbst ergiebt.
Dass darin im Sinne der volkstümlichen Kunstpflege
eine Erschwerung liegen muss, braucht
nicht von vornherein angenommen zu werden;

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