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-^^> DIE GLASGOWER KUNSTBEWEGUNG
baugerüst ganz und gar fern gehalten, eine
straffe Sehnigkeit versteift alle Körper fast
zu Urformen, die uns mit geheimnisvollem
Blick anstarren. Hier ist nichts von dem
phantastischen Linienschwung, den Belgien
in unsere Kunst getragen hat, zu sehen, nichts
von der müden Linie der Dekadence. Die
Formen strotzen förmlich von Urwüchsig-
keit und Primitivität. Und doch atmen die
Mackintosh'sehen Schöpfungen, wenn man
ihnen in Wirklichkeit gegenübertritt, eine
seelische Vertiefung und eine nervöse Stimmungsfeinheit
, die sie in die Reihe der vergeistigsten
Kunstschöpfungen unserer Zeit
stellt. Abgesehen von dem schon erwähnten
Verfeinerungsmittel trägt hierzu das meiste
die Farbe bei. Sie ist die Grundlage jedes
Dekorationsgedankens, und an dem gewählten
Farbenplane wird mit grösster Rigorosität festgehalten
. Selbst die spärlich als Wandschmuck
aufgehängten Bilder müssen in den Farbenplan
einstimmen. Aber auch in der Farbengebung
waltet wieder wie in der Form die äusserste
Oekonomie vor. Weiss ist die Lieblingsfarbe
, der grosse alles beherrschende Originalton
, auf dem sich kleine Farbenaccorde, wie
CH. R. MACKINTOSH « BANK MIT GESTICKTEM LEINENRÜCKEN
CH. R. MACKINTOSH « SPIEGEL AUS
GRÜN GEBEIZTEM ESCHENHOLZ«««
die Töne einer Aeolsharfe, leise aufbauen
. Wo Weiss nicht erwünscht ist,
wird ein dunkler, grauer oder kaltbrauner
, oft fast schwarzer Ton als
Grundton gewählt, in welchen dann
Wände und alles Holzwerk einstimmen.
Die eigentlichen Farben auf diesen neutralen
Hintergründen treten dann in
verhältnismässig kleinen Teilen, aber
sehr ausgeprägt, auf. Grün ist eine Lieblingsfarbe
für Möbel und jene rahmenartige
Einteilung der Wandflächen, wie
sie z. B. die Abbildungen auf S. 197
zeigen. In dem dort gegebenen Beispiele
treten überhaupt bloss die beiden
Farben weiss und grün auf. Nächst
Grün ist Purpur die Lieblingsfarbe der
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