Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 219
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-s=4sö> MARGARET MACDONALD-MACKINTOSH ~(^=^

MARGARET MACDONALD-MACKINTOSH,
IN BLEI GEFASSTE GLASSCHEIBEN « «

kann die Zahl seiner Intimen wachsen, je
mehr ruhige, gesunde, künstlerische Erziehung
den Reiz der einfachen herben Landschaft
empfinden lehrt. Noch immer will
man überall — in Natur und Kunst
kleine Anhaltspunkte für ganze Reihen zusammenhangloser
Gedanken und Empfindungen
. Noch immer ist das Potpourri das
beliebteste Musikstück.

So dürfen wir uns nicht wundern, dass
Fürst wie Volk Obrist's schlichte Werke
noch längst nicht goutieren kann. Aber um
so mehr und um so lieber werden sich alle
diejenigen in seine Werke vertiefen, die sich
aus der Unruhe nach Ruhe, aus der Degeneration
nach Stärke, aus allem Ueberschwall
nach dem Einfachen, aus zersplitterndem
Naturgenuss nach konzentrierendem, von Gebilden
des Momentanen nach Ausdruck des
Ewigen sehnen.

Obrist hat dieses Sehnen zu gestalten ge-
wusst - und die Sehnsucht wächst und erweitert
wiederum die Hoffnung auf eine neue
grosse Kunst. Obrist's Werke stellen basisgebende
Monumente derselben dar, während
gleichzeitig eine Reihe nicht so monumental
, nicht so führerisch begabter Künstler
andere Kennzeichen des neuen Werdens auf
allen Gebieten der Kunst schaffen.

Die konzentrierte Kraft, die nervige Frische,
der Raum und Basis gebende Gehalt Obrist-

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scher Kunst - - tritt in den Nutz- und
Zierbrunnen am deutlichsten in die
Erscheinung.

Darin liegt das merkwürdig Neue,
worüber die wenigsten Betrachter sich
Rechenschaft zu geben versucht haben,
während sie sich einfach damit begnügten
, in den Brunnen etwas Merkwürdiges
und Originelles zu konstatieren
. Doch auf diese Weise wird
man solchen Kunstwerken nicht gerecht,
und mit „merkwürdig" charakterisiert
man sie nicht. Dass die Brunnen „von
völlig originellen Formen, ohne Vorgang
und Beispiel in der bildenden Kunst"
sind, ist gar nicht erst zu sagen. Aber

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