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*=435> KÜNSTLERISCHES VON DER BERLINER HOCHBAHN <^=^
DIE ELEKTRISCHE HOCHBAHN IN BERLIN: STEINPFEILER IN DER BÜLOWSTRASSE
ENTWORFEN VON BRUNO MÖHRING (1. 2.) UND ALFRED GRENANDER (3.) « « « « e
Baumaterial, eine Scheu, die auch noch
Fachleute beherrscht, und die wohl darin
ihren Ursprung hat, dass man gewöhnt ist,
das Eisen als Konstruktionsmaterial ästhetisch
minderwertig, wie als Träger, Eisenbahnschienen
u. s. f. verwendet zu sehen. Kurz,
es zeigte sich hier eine äusserst temperamentvolle
Anteilnahme der Bevölkerung an diesem
öffentlichen Bauwerk.
Die Gesellschaft für elektrische Hoch-
und Untergrundbahnen wurde dadurch gezwungen
, einen beträchtlichen Etat zur künstlerischen
Durchbildung der Viadukte und
Bahnhöfe anzusetzen, und der Bau vollzog
sich nun wie unter einer steten Kontrolle
der Oeffentlichkeit. Durch dieses ästhetische
Moment rückte die Aufgabe aus der rein
technischen in die baukünstlerische Sphäre;
es war für die Ingenieure und Architekten
Ehrensache geworden, die formale Gestaltungsfähigkeit
des Eisens in der Konstruktion zu
zeigen, und wie wir vorausnehmen wollen,
ist dies auch an dem Viadukt in der Bülow-
strasse (Abb. 234) gelungen.
Wir sehen an der Einfachheit der Linienführung
die Fortschritte im konstruktiven
Gestalten, in der Ausbildung der Knotenbleche
den feinen Sinn für die Form, in der
Betonung der Stützen die eindringliche, wenn
auch knappe ornamentale Sprache. Zu solch
organischer Verquickung führte das verständnisvolle
Zusammenarbeiten des Ingenieurs
mit dem Architekten.
In dem Augenblicke aber, in welchem das
statische Gefühl für Eisenkonstruktionen dem
Architekten in Fleisch und Blut übergegangen
ist, wie er es im Stein- und Holzbau schon
besitzt, in dem Augenblicke wird seine bildnerische
Gestaltungskraft sich frei bewegen
können, in dem Augenblicke ist die ästhetische
Lösung des Eisenbaus vollendet.
Auf die ästhetischen und kulturellen
Momente, die von aussen her auf die Lösung
dieser modernen Aufgabe einwirkten, haben
wir hingewiesen. Wir gehen weiter. Unter
welchen Bedingungen konnte die beste organische
Lösung von den Architekten erwartet
werden? Waren dieselben alle für die Lösung
solcher moderner Aufgaben vorbereitet, konnte
man daher nur mehr oder weniger empfundene
Entwürfe erwarten, oder mussten die einen
ihrer Schaffensart wegen versagen oder die
anderen Erfolg haben?
Stützen und Pfeiler haben in allen Stil-
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