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KÜNSTLERISCHES VON DER BERLINER HOCHBAHN <^
eiserne portalverzierungen « entworfen von a. grenander (1) und necker (2)
MOGENS BALLIN'S WERKSTATT
Von Johannes Jörgensen, Kopenhagen
Seit Jahren regt sich in Dänemark ein starkes
kunstgewerbliches Leben allermodernster
Art, dessen erste Anzeichen sich schon
im Jahre 1888 gelegentlich der nordischen
Ausstellung in Kopenhagen zeigten. Die
Besucher dieser Ausstellung werden sich
noch eines kleinen eigenartigen Zimmers erinnern
, über dessen Thür man die Inschrift
las: „Verein für dekorative Kunst."
Die Mitglieder dieses Vereins waren junge,
aber schon bewährte Künstler die Brüder
Joachim und Niels Skovgaard, der Architekt
Bindesböll und noch einige andere.
In Leder, Thon, Gips u. s. w. hatten sie
hier den Versuch gemacht, dem dänischen
Kunstgewerbe neue Bahnen zu weisen. Sie
hatten Bücher gebunden, Vasen geformt,
Kartons für Teppiche gezeichnet — alles in
neuer, künstlerischer Weise. Besonders lenkten
die eigenartigen Ornamente Bindesböll's
die Aufmerksamkeit auf sich; er war es auch,
der eine Reihe von Jahren hindurch auf die
Entwicklung der dekorativen Kunst in Dänemark
einen nachhaltigen Einfluss ausübte.
Seine wie Raupen kriechenden, pilzartig sich
ausbreitenden Ornamente findet man von
vielen jüngeren dänischen Künstlern nachgeahmt
.
Auf zwei Gebieten haben seit 1888 die
dänischen Kunsthandwerker besonders gearbeitet
- in der Keramik dies Wort im
weitesten Sinne gefasst und im Buch-
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