Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 262
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-^Ssö> HAARLEMER SILBER ARBEITEN

e. voet « in silber getriebene schüssel und vase

HAARLEMER SILBER-ARBEITER UND -ARBEITEN: E. VOET

Von J. G. Veldheer, Bergen

Zu den niederländischen Städten, die von
der grossen Bewegung auf dem Gebiete
des Kunstgewerbes sowohl infolge der unmittelbaren
Nähe eines Zentrums wie Amsterdam
, als auch dem eigenen künstlerischen
Drange folgend mitgerissen wurden und zur
Zeit eine führende Stellung einnehmen, gehört
in erster Linie die Stadt Haarlem. Einige
junge Künstler dieser Stadt waren es, die
selbstbewusst einen bisher sehr vernachlässigten
Kunstzweig, die Silberschmiedekunst
, wieder zur Blüte gebracht haben. Zu
ihnen können wir Voet (spr. Wutt) zählen,
der nur infolge der zur Zeit herrschenden
Zustände noch nicht vollauf gewürdigt und
in den Vordergrund getreten ist.

Wissen wir Niederländer doch nur zu gut,
wie lange es dauert, und mit welchen Schwierigkeiten
man zu kämpfen hat, bis ein neuer
Kunstzweig durchgedrungen ist, Anerkennung
und verdiente Würdigung gefunden hat. Hauptsächlich
ist es das grosse Verdienst der Firma
Hoeker in Amsterdam, dass sie den ersten
Antrieb zu ernsthaftem, künstlerischem Streben
nach Verbesserung der Silberschmiedekunst
gab. Sie verstand es, talentvolle Künstler
wie Sluyterman und Zwollo an sich zu
ziehen. Während jener sich darauf beschränkte
, gute Entwürfe im Stile Ludwig
des XIV. und XV. anzufertigen, ohne
sich ihrer Ausführung zu unterziehen, ging
Zwollo weiter, da bei ihm eine meisterhaft
gehandhabte Technik mit reiner, lauterer
Formenschönheit und künstlerischer Auffassung
Hand in Hand ging. Auf der gleichen
Stufe steht wohl auch der jugendliche Haar-
lemer Kunstsilberschmied E. Voet jr., der
von Zeit zu Zeit Erzeugnisse seiner Kunst
auf den Markt bringt, die sich, künstlerisch
tief durchdacht, durch schönes Ebenmass und
vollendete Formenschönheit auszeichnend
Eine seiner ersten von ihm ausgeführten

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