Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 271
(PDF, 126 MB)
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-sr4^> RAUMAUSGESTALTUNG BEI KUNSTAUSSTELLUNGEN

ATELIER GLATIGNY « TINTENFASS AUS
STEINGUT (DER FROSCHMENSCH) « «

heims schwere Bedenken erhoben werden
müssen. Die sechs Räume: Eintrittshalle,
Zentralausstellungsraum mit zwei Seitenflügeln
, zwei blaue Säle, ein rotes Mittel-
kabinet und ein rückwärts liegender grösserer
gelber Saal zeigen jeder in seiner Art einen
Künstler, der sich mit Sicherheit seiner Mittel
zu bestimmtem Zwecke zu bedienen weiss.

Den relativ grössten Aufwand hat man
natürlich in der Eintrittshalle gemacht, wo es
sich lediglich um die Raumwirkung handelte,
da hier keine Kunstwerke ausgestellt werden.
Hier sind die Wände bis zum Gewölbeansatz
ringsum mit Panneelen aus dunkelolivgrün
gebeiztem Holz bekleidet. Grössere Felder
von Eichenparketten mit kleinen, reissnägel-
artigen Messingscheiben (ein etwas unorganischer
Schmuck) werden seitlich von schmalen
Streifen aus Ahornholz eingefasst, die dadurch
einen ausserordentlich wirksamen Dekor erhalten
haben, dass das Ornament, blühende
Bäumchen, aus dem Grunde herausgestochen
wurde und in der Naturfarbe des Ahornholzes
kräftig hervorleuchtet. Das abschliessende
Gesimse sowie der Sockel werden
von einem Ornamentstreifen in vergoldeter

liehen, originellen Einfällen her-
vorgethan, und wenn der jahrelang
gepflegte Gschnas im alten Künstlerhause
ein Gutes im Gefolge
hatte, so ist es das, dass er eine
ausserordentliche Findigkeit auf
dem Gebiete der improvisierten
Dekoration herbeigeführt hat. Die
philisterhafte Verachtung gegenüber
jeder Art billigen'oder primitiven
Materials wurde überwunden
und das Publikum dazu erzogen,
jegliches Material nach seiner Wirkung
und nicht nach seinem Geldwert
zu beurteilen. Freilich muss
man sich auch in diesem Punkte
hüten, zu weit zu gehen, denn
absolute Material - Gemeinheit ist
ebenso eine nicht wegzuleugnende
Thatsache wie absolute Material-
Schönheit. Auch in dieser Hinsicht
entscheidet der künstlerische
Takt. An solchem Taktgefühl, sowie
an einem durch moderne Einflüsse
geschulten Geschmack hat
es der Architekt Josef Urban bei
der Ausgestaltung der Innenräume
des neuen Ausstellungsgebäudes
für den Hagenbund nicht fehlen
lassen, wenn auch gegen das
Aeussere dieses neuen Künstler-

JOSEF URBAN « EINTRITTSHALLE DES NEUEN AUS-
STELLUNGSGEBÄUDES FÜR DEN WIENER HAGENBUND

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