Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 280
(PDF, 126 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0294
^=4^> DAS BILDERBUCH <^=^

»WIE ZUM BEISPIEL HIER VON DIESEN, »WITWE BOLTE IN DER KAMMER

WELCHE MAX UND MORITZ HIESSEN.HÖRT IM BETTE DIESEN JAMMER . .«
AUS: WILHELM BUSCH, »MAX UND MORITZ« « VERLAG VON BRAUN & SCHNEIDER, MÜNCHEN

aus seiner Sammlung „voer de Goern" seine
Zuthaten unter den echten alten Volksreimen
herauszukennen, wenn diese einem nicht alle
geläufig sind. Er hätte einen niederdeutschen
Caldecott finden müssen. Statt dessen hat
er sich mit Ludwig Richter vereinigt, der ein
paar hübsche Vignetten und Bilder zwischen
die Reime gestreut hat. Aber obwohl Richter
die Aufgabe ernster genommen hat, als man
denken sollte — er reiste eigens nach Holstein
, um sich in die norddeutsche Umgebung
einzuleben, — so hat er doch den Ton nicht
recht treffen können. Seine Bildchen sind zu
zierlich, Menschen und Landschaft sehen
nicht einfach genug aus. Richter blieb eben
der Sachse, der er war, in allem was er schuf.
Und wir sind die letzten, im allgemeinen ihm
daraus einen Vorwurf machen zu wollen. So
ist denn auch Groth nicht zum Dichter eines
Bilderbuches berufen worden, abgesehen davon
, dass seine unübersetzbaren plattdeutschen
Verse nur einem kleinen, immer mehr schwindenden
Teil unseres Volkes zugänglich sind,
dem das Plattdeutsch noch lebendige Muttersprache
ist. Von den Kindern der gebildeten
Klasse in den norddeutschen Städten gilt das
ja leider längst nicht mehr. Da bliebe nun
noch ein älterer Dichter des Bilderbuchs übrig,
dessen wir an dieser Stelle gedenken müssen,
Dr. Heinrich Hoffmann, der Verfasser des
Struwwelpeters. Er gilt in seiner Art als
Klassiker und, wie ich meine, nicht mit Unrecht
. Die ungeheure Popularität, die dem
Struwwelpeter zu teil geworden ist, beweist
allein schon, dass dieses Buch in gewissem
Sinne ein Kernschuss gewesen ist. Ferner
wird der Struwwelpeter durch seine Entstehungsgeschichte
empfohlen. Er war das
Gelegenheitsgeschenk eines Vaters an sein
Kind, nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt,

'JETZT ABER NAHT SICH DAS MALÖR, »--UND LÄSST MIT STILLVERGNÜGTEM SINNEN

DENN DIES GETRÄNKE IST LIKÖR.« DEN ERSTEN SCHLUCK HINUNTERRINNEN.-

AUS: WILHELM BUSCH, »HANS HUCKEBEIN, DER UNGLÜCKSRABE« « DEUTSCHE VERLAGSANSTALT, STUTTGART

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