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auguste hammel « entwurf zu einer stickerei
NÜRNBERGER HANDWERKSKUNST
Von Dr. Friedrich Carstanjen
Wer vor Nürnbergs Thoren rund um Wall
und Graben den seit mittelalterlicher
Zeit beliebten Gang macht, gewahrt an der
Pegnitz Nähe über malerischen Mauern und
Dächergruppen die schlanke Kuppel eleganter
Linienführung, überragt von der Laterne mit
vergoldetem Spitzdach — die Kuppel des
Bayerischen Gewerbemuseums.
Unter dieser Kuppel webt ein wacher Geist;
in ihr thront ein lebengebendes Prinzip,
zeugend von einem Organismus, der am
Leben unserer Zeit thätig teilnimmt;
in ihr wecken die Lebenspulse der
umgebenden Welt ein hallendes Widerspiel
.
Als die Wogen der Hochflut industrieller
Thätigkeit höher stiegen, als auf
dem Gebiete der Technik epochale Fortschritte
gemacht und in der Industrie
Hunderte von Millionen nationalen Vermögens
investiert wurden, als auch Nürnberg
begann, durch Firmen von Weltruf
eine hervorragende Rolle zu spielen, da
baute das Bayerische Gewerbemuseum
mit grossen Mitteln seine beiden technischen
Abteilungen aus, die mechanische
und die chemische, und schuf
ihnen eine neue glänzende Stätte. Es
förderte das Kleingewerbe durch eine
permanente Ausstellung von Betriebsund
Bearbeitungsmaschinen und Geräten
, und beschloss die Einrichtung
von Meisterkursen, um die Handwerker
zu fördern, weiter auszubilden und mit
der Behandlung moderner Techniken und
der Anwendung neuzeitlicher, maschineller
und chemischer Hilfsmittel und Verfahren
vertraut zu machen.
Und wieder, da jetzt der industrielle Himmel
von Wolken verhangen, durch die aber der
schimmernde Stern neuzeitlicher Kunst blitzt,
ist es dasselbe Museum, welches sich lichtbegehrend
dem neuen Lichte zuwendet. Nachdem
der Grossindustrie Tribut gezollt war,
reifte der Gedanke zur That, auch der neuen
Kunstbewegung durch eine besondere Einrichtung
Rechnung zu tragen und darin eine
franz kainzinger « zinnteller
Dekorative Kunst. V. 9. Juni 1902.
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