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-s-4sö> NÜRNBERGER HANDWERKSKUNST -C_5^=-
mit Glaseinsatz von Guttke und auch der auf
Seite 323 in Abbildung wiedergegebene Entwurf
zu einem Palmenständer von Fr. Müller
bezeugt.
Die Entstehungsgeschichte der Aschenschale
mit Schwedenständer von H. Knorr (Abbildung
Seite 326) ist sehr instruktiv und mag
daher hier Platz finden; zugleich ist sie
typisch, denn den meisten Teilnehmern der
Kurse mag es wohl ähnlich ergangen sein.
Der Verfertiger der Schale kam in die Kurse
mit der ausgesprochenen Absicht einen solchen
Gegenstand zu entwerfen und zeichnete ihn,
wie er sich denselben gedacht hatte, mit
einem weiblichen Kopf, dessen aufgelöste
Haare die Schale überfluteten. Erbarmungslos
wurde ihm dieser Kopf gestrichen und
ebenso die sonst noch vorhandene Zugabe
an Lilienblüten etc.; und obwohl er widerstrebend
meinte, das Publikum verlange das,
und er werde den Gegenstand nicht ver-
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D. MEINECKE « ENTWURF ZU EINER PUDERDOSE
kaufen können, musste er sich doch bequemen,
rein sachlich und konstruktiv zu bleiben.
So wurde aus dem sinnlosen Kopf der
Schwedenständer und aus den Haaren der
vornehme Linienfluss der Umrandung, die
als einziges Schmuckmoment der sonst ganz
glatten Schale übrig blieb. Der Verfertiger
hat es nicht bereut, denn die Schale ist
wegen ihrer vornehmen Form am meisten
von allen Erzeugnissen der Kurse gekauft
worden. Aus seinen zahlreichen und sehr
guten weiteren Entwürfen bringen wir auf
Seite 324 und 325 den eines Handleuchters
und eines Kaffee- und Theeservices, welche
leider noch nicht ausgeführt worden sind.
Hier fehlt es, wie bei manch anderem guten
Stück, an dem Auftraggeber, der das durch
die Meisterkurse ans Tageslicht gekommene
Talent unterstützt und in die Lage ver-
D. MEINECKE « ENTWURF ZU EINEM KNÄUELBECHER
setzt, sich an praktischen Arbeiten weiter zu
bilden.
Nach den zum Teil guten Ideen seiner
Zeichnungen hat Rud. Issmayer leider nur
einen kleinen Handspiegel mit Metall-
— Umrahmung angefertigt.
Die talentvolle Leiterin der kunstgewerblichen
Abteilung des Nürnberger
Vereins Frauenwohl, Else Oppler
stellt eine nach ihrem Entwurf angefertigte
, mattsilberne Biskuitdose (Abb.
Seite 326) aus, deren vornehm einfache
Form sich durch zwei aufgesetzte
Augen von lauchgrünem Chrysopal und
Wiederholung der Kontur in eingestanzten
Linien zu höchst reizvoller
Wirkung erhebt.
Damit wären wir bei den Damen des
—I Kurses angelangt, und es muss gesagt
werden, dass ihre Arbeiten auf einer
durchaus erfreulichen Höhe stehen.
D. MEINECKE « ENTWURF ZU EINER
BLUMENSCHALE MIT GLASEINSATZ
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