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NÜRNBERGER HANDWERKSKUNST <^=^
neuen Kunst sich hören lässt, und dass
der Kunsthandwerker, welcher in der
Schule stilgerechter Nachahmung aufgezogen
worden, der Beachtung mehr
und mehr entrückt wird.
Die kunstgewerblichen Magazine,
welche unter dem Zwang des materiellen
Verdienstes stehen, haben viel
zu sehr mit dem Geschmack und Un-
geschmack des kaufenden Publikums
zu rechnen und müssen demselben
durch die Möglichkeit einer „Auswahl"
nach den verschiedenen Richtungen
nachgeben. Ganz anders dagegen eine
Verkaufstelle, welche durch einen Garantiefonds
dem geschäftlichen Risiko
entrückt ist und sich daher in erster
Linie von künstlerischen Interessen und
Absichten leiten lassen kann, während
das geschäftliche Interesse zwar nicht
unterdrückt, aber nur soweit berücksichtigt
wird, als es sich aus der Erfüllung
des künstlerischen ergiebt. Eine
solche Institution kann unmittelbar erzieherisch
auf den Geschmack weiter
Kreise wirken; sie ist dem Zwange
entrückt, welchen das grosse Publikum
mit seinem Verlangen nach wertlosem
Zeug und allerlei Mätzchen ausübt.
Wir sehen also die Nürnberger Handwerkskunst
auf besten Wegen und
können nur wünschen, dass sie bald
zu neuer Blüte gelange.
max hagen « entwurf zu einer
gemalten fensterumrahmung
DIE FARBENSCHAU IM KAISER WILHELM-MUSEUM IN KREFELD
Von Oscar Ollendorff
Im Monat April veranstaltete das Kaiser
Wilhelm-Museum in Krefeld eine Farbenschau
, das heisst eine originelle Ausstellung,
die den Farben gewidmet war. Farbenharmonien
der Natur sah man an Blumen,
Schmetterlingen, Konchylien und Mineralien,
Farbenharmonien der Kunst an modernen
Gemälden, Textilarbeiten verschiedener Epochen
, Gläsern und Werken der Keramik.
Einen wesentlichen Bestandteil der Ausstellung
ergaben Vorbilder für dekorative
Farbenwahl, welche das Kaiser Wilhelm-
Museum von ihrem Verfertiger, Professor
Pietro Krohn in Kopenhagen, erworben
hat, eine kleine Abteilung endlich bildeten
Farbstoffe und eine Anzahl Färbungen. Ueber
den genaueren Bestand der Ausstellung im
einzelnen wird jeden Interessenten der inhaltreiche
, mit einem Titelblatt von Ludwig
v. Hofmann geschmückte Katalog unterrichten
. Nicht nur zur Veredlung des Farbengeschmackes
im Krefelder Publikum sollte
die Veranstaltung beitragen, mehr noch und
vor allem sollte sie der dort heimischen Textilindustrie
Anregungen bringen. Lebhafter
Besuch durch die Fabrikanten bewies, dass
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