Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 340
(PDF, 126 MB)
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NÜRNBERGER HANDWERKSKUNST

flecken hervorruft, kommt für diese Muster
nicht in Betracht. Aber solche Forderungen
an die Muster zu stellen, hiesse ihre Absicht
missverstehen. Unsere Kunstgewerbemuseen
haben zum Unheil des neueren Kunstgewerbes
fertige Vorbilder mehr als genug gegeben.
Diese Tafeln wollen dem Benutzer eigene,
geistige Arbeit nicht
ersparen. Sie sind ein
Extrakt aus fertiger
Schönheit und dadurch
eine glückliche Vorstufe
zu neuer Schönheit
. Für ihre praktische
Verwertung ist
es belanglos, dass sie
aus fertiger Schönheit
stammen. Sie bieten
feine Harmonien, und
mit reichlicher Phantasie
könnte man sich
vorstellen, dass der

liebe Gott im Paradiesesgarten die Krohn-
schen Farbentafeln benutzt und bald hier,
bald dort unter sie gegriffen hätte, um Käfer
und Schmetterlinge und Gesteine und tausend
andres Farbenschöne zu gestalten. Ganz ohne
Phantasie aber kann man sich denken, dass
in Zukunft kein Fabrikant, kein Kunsthandwerker
in Krefeld wichtigere Farbenharmonien
herstellt, ohne die Tafeln zur Beratung
zu ziehen, und dass sie auch für die häusliche
Kunstpflege ernste Bedeutung gewinnen.

Es ist sehr möglich, dass die KROHN'schen
Tafeln auch ausserhalb Krefelds Anklang
finden, gewiss aber hat die Farbenschau als

Ganzes eine weit über
Krefeld hinausreichende
Bedeutung. Unsere
grossen Kunst - Ausstellungen
haben etwas
Verwirrendes. Die Interessen
der Beschauer
werden nach unzähligen
divergierenden Richtungen
hingetrieben.
Die Farbenschau giebt
ein Beispiel ganz anders
gearteter Ausstellungen
. Sie fesselt in
engem Kreise und gerade
deshalb entwickelt sie Fähigkeiten. Nachdrücklich
werden alle Kräfte nach einer Richtung
, auf das Sehen, Empfinden und Geniessen
der Farben gelenkt, und jede andre Tendenz
erscheint ausgeschaltet. Die Vergleichung
farbiger Naturschönheit und farbiger Kunstschönheit
gewährt einen Massstab. In über-

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