Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 348
(PDF, 126 MB)
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-*=4sS> NEMESIO DE MOGROBEJO <^c~

NEMESIO DE MOGROBEJO « GESAMTANSICHT DES GRABES AUF DEM FRIEDHOF
IN GRAZ « SCHMIEDEEISERNES GITTER UND LIEGENDE BRONZEPLATTE« •««

Nüchternheit nicht immer völlig vermieden,
welche allzu leicht mit der Vereinfachung Hand
in Hand geht, sogar Benson vermochte
zuweilen das Problem nicht restlos zu lösen!

so ist hier sicherlich ein Zuwenig weit
besser als ein Zuviel. So begrüssen wir
jedes Zeichen froh, das eine Abnahme jenes
ungesunden Geschmackes bedeutet, dem Schönheit
gleich gilt mit Häufung und Uebermass. —
Unter andern recht geschickt gelösten Aufgaben
hat sich Hans Wagner auch die gestellt
, welche, einem allgemeinen Bedürfnis
entspringend, immer wieder aufgegriffen wird,
nämlich die, in einer Kombination eine zweifache
Art der Beleuchtung zu vereinigen:
das konzentrierte, aus einer starken Quelle
entströmende Licht, mit der allgemeinen
Helligkeit, die aus mehreren kleineren, verteilten
Lichtquellen fliesst. - - Allabendlich, im
engen Familienkreis im Wohnzimmer versammelt
, lieben wir das intime Licht der umschatteten
Lampe, die über dem Tische niederhängt
, während der übrige Raum in wohliges
Dämmerlicht getaucht bleibt. An Festabenden
dagegen, wenn die ganze Stimmung eines
geselligen Beisammenseins vieler Menschen
helles strahlendes Licht verlangt, brauchen
wir die Einzellichtkörper, die aus mehreren,
höher angebrachten und auf grösseren Umkreis
verteilten Zentren ihre Strahlen spenden.

Wie vieles aber gerade in der künstlichen
Beleuchtung unserer Räume noch zu erreichen
ist, das mag hier nur kurz angedeutet werden.
Ist doch Licht und Schatten das belebende
Element für jedes Ding, nur durch das Licht
gewinnt unsere Umgebung ihre Grösse und
Gestalt. Da unsere Einrichtung und die Art
ihrer Aufstellung sich meist nach Lage der
Fenster richtet, so haben viele versucht, auch
hinsichtlich der künstlichen Beleuchtung den
Tageseffekt beizubehalten, indem sie konsequenterweise
je eine starke Lichtquelle bei
jedem Fenster anbrachten. Anderesuchen durch
Verteilung einer grossen Anzahl Flammen an
der Decke einerseits eine gleichmässige (meist
allzusehr nivellierende) Helle zu erzielen,
andrerseits die Formen der von der Decke
hängenden oder in ihr eingelassenen Lämpchen
als Dekorationsmotiv zu verwenden.

Ein in geschickten Händen meist künstlerischeres
Verfahren scheint uns die Benutzung
einer Anzahl hoher, mit grossen
Seidenschirmen bedeckter Tisch- und Standlampen
zu bieten. Eine gewisse gemütliche
Intimität, ein einheitliches Zusammenfassen
einer Partie des Zimmers unter einer gemeinsamen
Lichtquelle und ähnliche Vorteile
sind ihm eigen. Wer seine Zimmer
also nicht nur erhellen, sondern beleuchten
will, dem steht ein dankbares Studium offen.

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