http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0384
KONKURRENZ FÜR EIN BRUNNENDENKMAL IN KEMPTEN
Von Erich Haenel
Mit dem immer häufiger werdenden Zurückgreifen
auf das Motiv des Brunnens hat
sich die moderne Monumentalplastik ein ungemein
dankbares Feld erschlossen. Die
liebenswürdigen, echt populären Züge, die
dieser architektonischen .Uridee eigen sind,
die Fülle der Beziehungen, die sich aus der
Segenskraft des klaren Wassers für den Bildner
ergiebt, haben gerade in den letzten Jahren
manche reizvolle Gestaltung dieses Vorwurfs
gezeitigt. Den Monumentalbrunnen, die wir
auf süddeutschem Boden, in Weissenburg,
Kulmbach, Schweinfurt u. a. vor kurzer Zeit
entstehen sahen, soll sich jetzt ein weiterer
zugesellen: und zwar ist Kempten, die liebliche
Hauptstadt des Allgäus, dazu ausersehen
worden. Der Standplatz vor der protestantischen
Kirche auf dem St. Mangplatz bot kaum
Anhaltspunkte für den Aufbau, dagegen sollten
die Gestalten der frommen Kaiserin Hildegard,
der Gemahlin Karls des Grossen, die das
Benediktinerkloster gründete, und des Abtes
Magnus in der plastischen Dekoration eine
Rolle spielen. Unter den zum Wettbewerb
erschienenen Entwürfen stellten die von
J. Flossmann und Otto Riemerschmid in
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