Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 366
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-s^4^> KONKURRENZ FÜR EIN BRUNNENDENKMAL IN KEMPTEN

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und in der Stimmung
vollständiger Resignation
. Einem vertrauten
Leserkreise, mit dem
man sich seit Jahren
gut unterhält (wer das
Wort führt, unterhält
sich immer gut), ist man
auch schliesslich Aufklärung
darüber schuldig
, dass man auf eine
wichtige Frage bedauernd
mit einem „ich
weiss es nicht" antworten
muss.

Oft hat mich die Frage
beschäftigt, wie der
Unterricht im Kunstgewerbe
zu reorganisieren
sei; jetzt folgt
die Erkenntnis, dass die
positiven Gedanken darüber
mehr oder weniger
Spielereien am Schreibtisch waren.
Man glaubt, alle Faktoren berücksichtigt zu
haben, und erfährt bald, dass der ganze Gedankenbau
bei der ersten Anrempelung der
Wirklichkeit einstürzt; die Rechnung scheint
zu stimmen, und schliesslich stellt es sich
heraus, dass der Rest grösser ist als die
Summe. Für den Schreibenden ist nichts
leichter als das sogenannte „Positive".
Schwierig und freilich auch fruchtbar wird
es nur dem Handelnden, der nicht Ideen,
sondern Menschen in Bewegung setzt. Der
Schriftsteller fürchtet sich gar zu oft vor
dem billigen Vorwurf, er sei zu negativ.
Das charaktervolle Verneinen ist jedoch seine
erfolgreichste Thätigkeit; denn wie er das
Falsche bekämpft, bereitet er dem Besseren
schon den Boden. Hierüber giebt es ein
gutes Wort von John Stuart Mill: „Es ist
heutzutage Mode, negative Logik zu missachten
, welche die theoretischen Schwächen
oder die praktischen Irrtümer nachweist, ohne
positive Wahrheiten festzustellen. Als Schluss-

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