http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0394
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s. pomeroy s. pomeroy
An leitender Stelle rieb man sich nach Eck-
mann's Berufung die Hände (weiss nicht, wie
viele es sind) und harrte der Erfolge. Es
s. pomeroy
blieb natürlich ganz beim alten. Eckmann
musste wie alle Welt seine Entwürfe, die
unter der reglementmässigen „Heranziehung
von Schülern" sehr üppig entstanden, der
Industrie verkaufen, und die Fabrikanten
mussten auch diese wertvolleren Arbeiten,
gezwungen vom System der Konkurrenz,
zur Saisonware degradieren. So geriet der
Künstler, wie der erste beste seiner Schüler
— nur mit Honorarunterschieden in das
wirtschaftliche Getriebe hinein, dem zu steuern
er berufen worden war. Seine ursprünglich
allen guten Einflüssen empfängliche Tüchtigkeit
that nicht ein Zehntel der Wirkung auf
die Gestaltung des Marktes, die sie unter
andern Umständen hätte thun können; was
der Kulturtrieb mit solchen neuartigen, spontan
auftretenden Begabungen gemeint hat,
wurde Niemandem recht klar.
Es gab andere Möglichkeiten. Man hätte
dem Künstler eine Werkstätte überweisen
können, eine Meisterwerkstatt, im Gegensatz
zu den Meisterateliers, - wo er Lehrer und
Lernender zugleich gewesen wäre. Lehrer
nicht für kunstgewerbliche Zeichner, sondern
für thätige Handwerker, nicht angewiesen
auf industrielle Ausbeutung seiner Fähigkeiten
, sondern besoldeter Kulturexperimentator
. Dort hätten Waren von instruktiver
Eigenart entstehen können, die in einem
kleinen Laden als konkurrenzlose Artikel
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