Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 389
(PDF, 126 MB)
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^=4sö> MAX HANS KÜHNE

MAX HANS KÜHNE « BILLARDZIMMER IM CAFE CENTRAL

selbständig und geschmackvoll, sind sie ein
gutes Bild moderner Tradition in dem oben
gekennzeichneten Sinn von lebendiger Vermittlung
.

Was das Gebiet des Schmuckes betrifft, so
sind hier die Grenzen weiter gezogen und
daher mehr Versuchung vorhanden, ganz mit
jeder Tradition zu brechen. Und doch spinnt
die Erkenntnis vom Sinn jeglichen Schmuckes,
von den nicht willkürlichen, sondern notwendigen
Gesetzen, denen er unterliegt, einen
unzerreissbaren Faden zwischen den besten
Leistungen aller Zeiten. Und der Gedanke,
der solchen Meisterschöpfungen zu Grunde
liegt, weckt wieder und wieder neue Formen
. Froh danken wir es denen, die sie
uns zu geben wissen. Einer von ihnen ist
Ferd. Morawe, dessen erste Arbeiten auf
diesem Gebiete wir bringen. Im Prinzip
auf ägyptische Schmuckstücke zurückgreifend,
in der Ausgestaltung dieses Prinzips aber
durchaus modern und persönlich, erfreut
Morawe durch wohlabgewogene Formen,
welche in ihrer geometrisch ruhigen Wirkung
viel weniger „blenden" als dauernde

Freude an ihrem Besitz verbürgen. Was die
Frau daran lockt, ist das wirklich „Schmük-
kende", was sie in diesen Hängern und Ohrringen
empfindet: es ist ein Element darin,
das fast jede kleidet: es beruht zum grossen
Teil auf der Anpassung an die Bewegtheit
des Körpers. Dass Morawe bisher fast ausschliesslich
Hängeschmuck entworfen hat,
bestätigt diese Auffassung (vergl. die Berliner
Korrespondenz im vorigen Hefte).

In welchem Verhältnis zu Nachahmung und
Tradition unsere übrigen Illustrationen stehen,
das zu erkennen, sollten nun unsere Leser
einmal selbst versuchen. Wir machen sie
nur aufmerksam auf die anmutige Zeichnung
und die wirkungsvoll getriebene Arbeit an
den beiden Kupferuhren und dem gutproportionierten
Rahmen von Georg Klimt, von
denen schon im Januarhefte dieses Jahres gelegentlich
der Winterausstellung im österreichischen
Museum berichtet wurde.

Die mit grossem Verständnis für den Charakter
des Materials wie des Beheizungsmodus
hergestellten, eigenartigen Gasöfen von
W. J. Stokvis in Arnheim gehören zu dem

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