Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 6. Band.1902
Seite: 406
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-=^ö> DIE TURINER AUSSTELLUNG <^s^=-

john ednie « dreiteiliger wandschirm

sinnigen Details in monate- oder gar jahrelanger
Arbeit verweilte.

Die schottischen Arbeiten zeigen insgesamt

einen ungemein einheitlichen
Stil. Die Künstler und Künstlerinnen
— die beträchtliche Zahl
talentreicher Frauen fällt auf —
stehen alle in ziemlich enger
Beziehung zur berühmten Glasgow
School of Arts. Die Linienführung
sowohl wie die Farbenwahl
ist recht einheitlich, und —
wo ein Vorzug ist, fehlt auch der
Nachteil nicht — manchmal recht
eintönig. Die Stimmung der
Werke ist ernst, klar, streng
und starr, die Wahl des Materials
wie die Motive etwas
puritanisch. Dazu wirkt bei vielen
der Zeichnungen eine merkwürdige
Dünne der Linien, die
sich fast nach beardsley'scher
Art in Punkte auflösen. Eine
starke Phantasie zeigt sich nicht,
dafür beweist jeder Bucheinband,
jede Textilarbeit, vor allem aber
die vortrefflichen Metallarbeiten
die Sorgsamkeit und Tüchtigkeit
der Ausführung, die Schulung
des Geschmacks und die Ehrlichkeit
und Schlichtheit, in der
selbsterkannte Grenzen eingehalten
werden. Und wie dies
so geht, man bewundert an
Arbeiten fremder Länder, was
man an denen der Heimat ver-
misst.

Von einzelnen Künstlern und
Werken fielen mir die zarten
Zeichnungen von Miss King,
ein Paravant von E. A. Taylor,
Schmuck recht altertümlicher Art
von Davidson auf; im übrigen
vertritt hier, wie zumeist, die
Wahl der Abbildungen zum guten
Teile das Urteil über das Besondere
. Jedenfalls sei wiederholt, dass Gesamteindruck
und Installation der schottischen
Sektion vortrefflich sind. w. Fred

DIE SEKTION ENGLAND

Die Engländer sind nicht allzu willig,
fremdländische Ausstellungen zu beschicken.
Ja selbst im eigenen Lande halten sich die
Künstler gerne abseits von den grossen Veranstaltungen
. Sie haben das meines Erachtens
richtige Gefühl (das ich auch den Deutschen
und Oesterreichern für die nächsten Jahre
wünsche), dass es sich jetzt nicht mehr um

einen Kampf zur Durchsetzung gewisser Ideen,
der Berechtigung eines neuen Stiles handle,
sondern um die wahrhafte Durchdringung des
Lebens durch die Kunst. So bauen sie in
und um London Häuser, richten Wohnungen
ein; so hat Ashbee in Chelsea draussen eine
kleine Kolonie, Voysey ausser seinem Hause
in Carlton Hill noch manches andere Cottage

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