http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0436
UNSER MONUMENTALES GESAMTEMPFINDEN
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JESSIE M. KING « DEKORATIVE ZEICHNUNG: DER TANZ DER WEISSEN ROSE
Mit diesem Wechsel sollten aber auch unsere
kostspieligen unpraktischen zwei Fenster fallen,
und an deren Stelle entweder wie Lichtwark
empfiehlt, ein grosses, breites Fenster mit
hoher Fensterbank treten, oder die Belichtung
zweigeteilt sein. Etwa so: im oberen
Drittel der Wand, knapp unter der Decke,
eine sehr breite, oft die Ventilation ersetzende
Lichtquelle, darunter im mittleren Drittel ein
kleineres Fenster, welches dem Arbeitstisch
vermehrtes Licht ermöglicht und zugleich
einen Blick auf die Strasse gestattet. Der
Innenraum wird dann gesunde Behaglichkeit,
intimen Reiz und vor allem Wände erhalten,
an welchen Möbel bequem stehen können.
Der Fassade wären ihre natürlichen Mauerflächen
und damit der Charakter der festen
Abgeschlossenheit wiedergegeben. Je nach
Lage des Stockwerkes sollte die Fenstergrösse
verschieden sein. Höher und freigelegene
Etagen, die dadurch hell genug, aber dem
Wetteranfall mehr ausgesetzt sind, sollten
anders geformte Fenster erhalten als tiefer
gelegene, in engen Strassen befindliche Wohnungen
. Dadurch wäre schon eine Abwechslung
für die verschiedenartigsten Fassadenlösungen
unserer Zinshäuser geboten.
Am Reissbrett giebt es keine Höhenunterschiede
, deshalb führt der moderne Architekt
meist das letzte Stockwerk ebenso dekorativ
aus, ja die neue Wiener Bauschule oft noch
reicher, als die Beile-Etage. Diese durchaus
flache, oft farbige Ornamentik ist für den
Charakter des Strassenbildes ganz belanglos,
für Fern- und Seitenblick ist sie als Flachornament
nicht berechnet, und bei den breitesten
Strassen kann der Passant seinen Blick
nicht so hoch richten, er wäre denn ein
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