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-s^4sö> DIE KARLSRUHER JUBILÄUMSAUSSTELLUNG ~C^=^
MAX LÄUGER « KERAMIK
In der That ist es sehr erfreulich zu bemerken
, dass diese hervorragende Industrie,
welche an 12 000 Arbeiter beschäftigt, neuerdings
bestrebt ist, streng künstlerische Arbeiten
herzustellen. Es finden sich einige
Entwürfe, besonders diejenigen des Prof.
G. Kleemann, welche mit den besten französischen
und belgischen Arbeiten konkurrieren
können. Sie sind in den Werkstätten
von Th. Fahrner, H. Söllner, Lauer-
Wiedmann und Regenold ausgeführt. Prof.
J. Wolber und Ad. Schmid haben eine
OFENTHÜRE, IN METALL GETRIEBEN « ENTWORFEN
VON MAX LÄUGER « AUSGEFÜHRT VON
DEN KARLSRUHER KÜNSTLERWERKSTÄTTEN « «
Reihe vorzüglich gearbeiteter Plaketten ausgestellt
. J. Müller hat sich besonders der
bisher künstlerisch so vernachlässigten Manschettenknöpfe
angenommen.
Was das Ausland betrifft, ist, soweit das
Kunstgewerbe auf dieser Ausstellung in Frage
kommt, weniger zu sagen. Reizende Bronzen
finden sich von Laporte-Blairsy, Paris,
darunter eine sehr originelle Klavierlampe
„Die Fee mit dem Schrein". Eine, was die
plastische Wirkung betrifft, geradezu berauschend
wirkende monumentale Marmorvase
mit Nymphen und Satyrn, die mit
grosser Bravour modelliert sind, hat Jean
Antoine Inialbert, Paris, ausgestellt.
Sehr reichhaltig ist die Sammlung Ville
vallgren'scher Bronzen. Ville Vall-
gren lebt in Paris, ist aber bekanntlich
geborener Finne. Am charakteristischsten
sind für ihn die in Schmerz und Verzweiflung
aufgelösten Frauengestalten, die
wie ein Weheschrei des ganzen unglücklichen
finnischen Landes wirken. Sobald
Vallgren dagegen die Freude darstellen
will, reüssiert er nicht. Ein hervorragend
schönes Werk aus jüngster Zeit
ist sein Marmorkopf „Ophelia". Endlich
sieht man von ihm einen bronzenen
Lampenfuss in reicher Arbeit, der wohl
zu seinen besten Arbeiten zählen darf.
Die Komposition wie die Modellierung
im einzelnen ist bewunderungswürdig.
V äfi ifi
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