http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0467
^=43ä> DIE TURINER AUSSTELLUNG <^W*
Ich weiss und konnte es jetzt wieder in
Turin bemerken: Es sind viele und ehrliche
Talente da (übrigens weit mehr als man zur
Ausstellung heranzog); nur der Weg ist
schlecht. Es muss anders werden. Sonst ist
über kurz oder lang der grosse Katzenjammer
endgültig da. . . . Schlagt den Hund tot, er
ist ein Rezensent! w. Fred
DIE SEKTION OESTERREICH
Es wäre ungerecht, nach der österreichischen
Abteilung der Turiner Ausstellung ein Bild
des Kunsthandwerkes dieses Landes entwerfen
zu wollen. Die Künstler der Secession haben
jede Beteiligung abgelehnt, und so fehlt der
Ausdruck gerade jener künstlerischen Eigenarten
, die sehr bestimmend für das Wesen
jung-österreichischer Kunst waren und sind.
Die Persönlichkeiten Otto Wagner's, Joseph
Hoffmann's, Koloman Moser's, Leopold
Bauer's und mancher ihrer Schüler sind
bei vielen anderen Gelegenheiten so kräftig
hervorgetreten, dass man sich eine Vorstellung
österreichischer Art ohne ihre
Stimmen gar nicht mehr machen kann. Ihr
Fehlen tritt um so stärker hervor, als es
sich für Oesterreich in Turin nicht allein
um Innendekoration, sondern auch um Baukunst
handelte. Oesterreich war das einzige
Land, das ausserhalb der grossen Halle ausstellen
durfte, und so hätten zwei kleine
Häuschen zeigen können, welche Leichtigkeit
des architektonischen Einfalles manchem
Wiener Architekten gegeben ist. Während
robert oreans « ecke eines wohnzimmers « schreinerarbeiten
ausgeführt von g. bausback, karlsruhe «««
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