http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_06_1902/0474
PLAFOND DES AUF DER VORIGEN SEITE ABGEBILDETEN SPEISEZIMMERS « ENTWORFEN VON
H. E. VON BERLEPSCH-VALENDAS « AUSGEFÜHRT VON MAILE & BLERSCH, MÜNCHEN « « «
ausgestellt. GuRSCHNER'sche Bronzen sind für
uns ja allerdings nichts Neues. Zwei Interieurs
in der Art des Professors J. Hoffmann sind
hier noch zu nennen. Ihre unmittelbaren
Urheber sind Witzmann und Wytrlik, zwei
junge Architekten, die in diesen gutbürgerlichen
Räumen einen hübschen Sinn für
Komfort und Einfachheit der Form zeigen.
Aus dem Kreise der Jugend sieht man noch
Kassetten und graziösen Schmuck von Otto
Prutscher, auch schon von andersher zum
Teil bekannt, die wundervollen Arbeiten des
Zentralspitzenkurses (des Prof. Hrdlicka)
und gute Töpfereien aus der Teplitzer
Schule. Von diesen Arbeiten wird man aber
besser thun, einmal im Zusammenhange
zu handeln, was einen hübschen Abschnitt
über österreichische Kunsterziehung geben
mag.
Der zweite österreichische Bau ist eine
Villa, ebenfalls von Baurat Baumann. Ein
Landhaus, vollständig eingerichtet, sollte nach
Darmstädtischer Anregung ein getreues Bild
österreichischer "Wohnungseinrichtung und
zugleich österreichischer Lebenskultur geben.
Ich kann leider nur sagen, dass dies missglückt
ist. Ich finde nur englische, recht
allgemeine Bau- und Dekorationsformen
variiert, manche schöne Arbeit, aber gar
nichts Ergreifendes, auch gar nichts besonders
Oesterreichisches. Das Schema des Hauses
(Vorbau mit Loggia, Vorraum, Halle mit
Treppe zum ersten Stock und den Schlafräumen
, im Parterre an die Halle gegliedert die
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