Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 75
(PDF, 173 MB)
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^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

Schneelandschaften am meisten Anspruch auf Beachtung
. Wohl erscheint das Materielle der Oel-
farbe noch nicht ganz überwunden, aber Purvit
besitzt Naturgefühl und nuanciert gut. Sein Bild
»Winter« zeigt entschieden Qualitäten. Otto
Sinding hat in seinem, eine groteske Silhouette
gegen den rotdurchflammten Abendhimmel bildenden
»Don Quixote« auf der treuen Rosinante, nach
längerer Pause wieder einmal ein durch Beobachtung
und gesunden Humor erfreuendes Werk geschaffen
. Eine Kollektion Bilder aus dem Nachlaß
von Arthur Langhammer gibt einen schönen Begriff
von den Fähigkeiten dieses begabten Künstlers.
Es bleibt indessen ewig zu bedauern, daß er, der
berufen gewesen wäre, gute realistische Werke zu
schaffen — das »Mädchen im Grün«, der »nackte
Junge« u. a. beweisen es — der Schottenschwärmerei
der Dachauer nicht widerstehen konnte. Er hatte
mehr zu geben als nur »Geschmack« und »Ton«.
Immerhin hat er, auch in der seinem Talent nicht
gemäßen Art, noch viel Reizvolles geschaffen, wofür
das Bildchen »Malerin und Bäuerin« ein bezeichnendes
Beispiel ist. Unter den ausstellenden
Bildnismalern bereitet der einst so bewunderte
Gandara dem Beschauer die heftigste Enttäuschung
. Seine hier vorhandenen beiden Damenporträts
lassen an gezierter Haltung, an übertriebener
Toilettenmalerei und nüchterner Farbengebung nichts
zu wünschen übrig. Hier und da wohl noch eine
Feinheit, aber das Ganze unerträglich. Boldinis
raffinierte Grazie ins Widerwärtige getrieben. Rud.
Schulte im Hofe scheint zum Bildnismaler der
»Gesellschaft« zu avancieren. Er kann nur nicht

malen und verdirbt sich seine in der Zeichnung
meist gelungenen Bildnisse durch geistlos hingesetzte
Farbenflecke. Seine mit wenigen Ausnahmen
Bildnis der Witwe Hans v. Bülows, Graf von Hoens-
broech, Frau Schlutow — verunglückten Versuche
zeigen wieder einmal, wieviel davon abhängt, daß
der Künstler die Grenzen seiner Begabung kennt
und respektiert. Hans Rosenhagen

KLEINERE AUSSTELLUNGEN

'W/'ORMS. Kunstausstellung. Die Erfolge, welche
" schon in früheren Jahren hierorts veranstaltete
Ausstellungen aufzuweisen hatten, deren Ruf jedoch
die lokalen Grenzen nicht überschreiten konnte,
und die Anregungen, die der jetzige Geheime Oberbaurat
Hofmann in seinen monumentalen Brücken-
und Schulenbauten hinterlassen hat, spornten zu
einer allgemeinen Kunstpflege in der alten Nibelungenstadt
an. »Im Sinne der Erziehung des Volkes
zur Kunst« lautete die Devise, unter der die Aufforderungen
zur Beschickung der Ausstellung an
Private und Künstler erging. Man wollte ein entwicklungsgeschichtliches
Bild von den alten Schulen
bis zu den zeitgenössischen geben — ein Gedanke,
der sich nicht durchführen ließ — und zugleich
oder besonders sollte dem großen Publikum ein
Ueberblick über das Beste gegeben werden, was
die moderne Kunst in ihren verschiedenen Erscheinungen
hervorbrachte. Es konnte daher nur eine
beschränkte Anzahl von Künstlern zur Beschickung
aufgefordert werden. Die Anmeldungen ergingen
reichlich, und es gab einige Sorge um die Unter-


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