Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 77
(PDF, 173 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0097
-sr^sö> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^=^

Wettbewerbes erschienen. Da ist zunächst der
durch seine machtvolle Naturauffassung auffallende
Ludwig Dill mit seinem Temperabild »Gewitterstimmung
im Moor« zu nennen. Der treffliche
Porträtist Otto Propheter, der farbenreiche Landschafter
und Küstenmaler Gustav Schoenleber,
der zeichnerisch hervorragende Hans von Volkmann
, der weiche und liebenswürdige Caspar
Ritter und endlich Ferd. Keller und Edmund
Kanoldt haben fast ausnahmslos in einer beträchtlichen
Anzahl von Werken das Wort ergriffen. Otto
reiniger-Stuttgart hat seine bereits bekannte große
Sommerlandschaft geschickt. In Mainz, Frankfurt,
Dresden, Berlin und Düsseldorf ansässige Künstler
haben Werke ausgestellt und die eine behagliche
Breite der Darstellung liebende Worpsweder Schule
ist in den Werken des Fritz Mackensen, Fritz
Overbek und Otto Modersohn vertreten. F. A.
von Kaulbach, Gabriel Max, Ludwig Knaus,
Ludwig Passini sind noch nicht genannt. Es mag
noch mancher klangvolle Namen hier fehlen, der auf
Hervorhebung Anspruch machen könnte; allein
das Gesagte mag genügen zu einer Uebersicht über
die Wormser Ausstellung. Möge sie dem Zweck
entsprechen, unter dessen Hinsicht sie ins Leben
gerufen wurde. L. W.

pvRESDEN. Die Ernst Arnoldsche Hofkunsthand-
lung (Ludwig Gutbier) hat ihre Winterausstellungen
in überaus vornehmer Weise mit einer Ausstellung
auserlesener Oelgemälde, Zeichnungen und
Radierungen von Meistern der Schule von Barbizon
und Vertretern des Neo-Impressionismus begonnen.
Diese Ausstellung reiht sich den bedeutsamen Unternehmungen
auf künstlerischem Gebiete, die Dresden
der Ernst Arnoldschen Hofkunsthandlung verdankt,
würdig an und bezeugt, daß Herr Ludwig Gutbier d.J.,
der als Erbe seines im Sommer verstorbenen
Vaters die Kunsthandlung
jetzt selbständig verwaltet, in den bisherigen
vornehmen Bahnen des alten
und berühmten Geschäfts weiter zu
wandeln gedenkt. Die Ausstellung umfaßt
vierzig Gemälde, die selbstverständlich
nur durch wochenlange energische
Bemühungen zusammengebracht
werden konnten, und sechsunddreißig
graphische Werke aus dem
Besitz der Kunsthandlung selbst. Vertreten
sind in der Ausstellung Camille
Corot (sechs Gemälde, fünf Radierungen
und Lithos),Theodore Rousseau (je
ein Werk beider Arten), Charles Dau-
bigny (zwei und fünf), N.V. Diaz (drei
und eine), Constant Troyon (drei Gem.),
Jean Frangois Millet (drei und acht),
Henry Harpignies (drei Gem.), ferner
Felix Ziem, Claude Monet, Camille
Pissarro, F. A. Renoir, Alfred Sisley,
Theo van Rysselberghe und J. F.
Raffaelli. Nur Jules Dupre ist nicht
aufzutreiben gewesen; von Honore
Daumier aber, der in der Pariser Weltausstellung
1900 so energisch in den
Gesichtskreis der Kunstfreunde trat,
ist wenigstens eine farbige Skizze
»Beim Baden« vorhanden. Selbstverständlich
enthält die Ausstellung nicht
jene bekannten kunstgeschichtlichen
Hauptwerke der Meister von Fontaine-
bleau, die in festen Händen sind, trotzdem
ist sie ungemein interessant und
wohl geeignet, von den so folgenreichen
Bestrebungen der ganzen Schule und ihrer
Nachfolger einen lebendigen Begriff zu geben und
hohen künstlerischen Genuß zu gewähren. Die
Mehrzahl der Werke ist überdies verkäuflich,
der vornehm ausgestattete Katalog ist mit acht
vortrefflichen Abbildungen versehen. — In Emil
Richters Kunstsalon hat der Meißner Maler Oskar
Zwintscher eine Sonderausstellung veranstaltet.
Sie enthält in der Hauptsache Bildnisse, dazu
eine Phantasie - Landschaft »Lenzesrausch«. Der
Künstler zeigt in diesen Werken einen stark ausgesprochenen
persönlichen Stil, der sich gründet auf
starke Hervorhebung der Umrisse, strenge einläßliche
Zeichnung und Formengebung. Er nähert sich
damit der Weise Richard Müllers, der ja ebenfalls
von der strengen harten Zeichnung ausgeht. Zwintscher
bringt dazu ein eigentümliches ornamentales
Element in Farbengebung und in der Durchführung
stofflicher Einzelheiten. Eine gewisse archaistische
Starrheit der Wirkung ergibt sich aus seiner Weise;
diese zeigt aber anderseits ein so beträchtliches
Können, daß man darüber hinauskommt. In der
Phantasielandschaft »Lenzesrausch« — ein grüner
Hang, über den eine Gruppe buntkostümierter
Männer und Frauen dahinrast, nebst ornamental
durchgebildetem blauem Himmel mit Schäfchenwolken
— waltet eine an Japanisches erinnernde
Bizarrerie, der wir nur skeptisch gegenüberstehen. *

DERLIN. Max Klinger's »Beethoven« wird nach
Schluß der Düsseldorfer Ausstellung den Berliner
Kunstfreunden im Salon Keller & Reiner vorgeführt
werden. — Die »Secession« will auch in diesem
Winter eine »Schwarz-Weiß-Aussellung« veranstalten.
Die nächste Sommer-Ausstellung dürfte die letzte in
dem gegenwärtigen Ausstellungsgebäude an der Kantstraße
sein. Ein Neubau ist bekanntlich beabsichtigt.

leo putz

in der laube

Sommer-Ausstellung der Münchener Secession

77


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0097