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-^=£^> VON AUSSTELLUNGEN VERMISCHTES <Ö^-
Objekten. Die Ausstellung bekundet, wie reich die
ungarische Metropole an Privatsammlungen ist, von
denen wir die des Grafen Andrassy und der Herren
Hugo Kilenyi, Lukas Enyedi, Gebrüder Peteri,
Alexander Lederer, Dr. Adolf Könner, Dr. Armin
Kirälyfi etc. für besonders hervorhebenswerte erachten
. Von älteren Meistern ragen hervor Rem-
brandt, mit einem Selbstporträt und einer wundervollen
Landschaft, Hobbema, Cuyp und Ruysdael
mit Landschaften, Teniers und Mieris mit Genrebildern
, Kupetzki mit Porträts. Was Stücke moderner
Meister angeht, die uns natürlich besonders interessieren
, so drängt sich die Wahrnehmung auf, daß
in den Sammlungen der erwähnten Aussteller die
deutsche Kunst über die französische dominiert.
Obzwar wir Namen, wie Corot, Rousseau, Diaz,
Dupre, Bastien-Lepage, Troyon, begegnen, welche
mit nicht wenigen interessanten Stücken vertreten
sind, so verleihen der Ausstellung dennoch die Porträts
Lenbachs, dann Werke von Künstlern wie Gustav
Kuehl, Liebermann, Normann, Palmie, Pettenkofen,
Rahl, Russ, Schindler, Stuck, Temple, Uhde, Waldmüller
die wesentlichere Bedeutung. Nicht zu übersehen
ist ein Turner, ein aus der besten Zeit des
Meisters herrührendes, farbiges Lagunenstück. Von
ungarischen Meistern finden sich einige interessante
Skizzen Munkäcsys, eine mit ihrer Tonschönheit
hervorragende Landschaft, ein Meisterstück Biharis
»Vor dem Richter«, die Porträts von Horovitz und
Läszlö, eine Pferdestudie von Karl Lötz, ein noch
aus den siebziger Jahren herrührendes Plein-air
Szinyei-Merses, ein vermittels seines vorzüglichen
Kolorits wirkungsvolles Genre Magyar-Mannheimers.
Die Landschaften von Geza Meszölys, des Malers
des Balaton, füllen allein einen Saal aus. B. L.
D ERLIN. Im Westen Berlins, Kanistraße 164, dicht
an der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, wird
anfangs November von der Amelangschen Kunsthandlung
ein kleiner, vornehmer Kunstsalon eröffnet
werden, der es sich zur Aufgabe macht, nur Originalzeichnungen
, Aquarelle, Pastelle und graphische
Originalarbeiten aller Techniken zur Ausstellung zu
bringen. Die Geschäftsführung liegt in den Händen des
Malers C.Kappstein. — Die Große Berliner Kunstausstellung
dieses Jahres ist in ihren Ergebnissen gegen
die Vorjahre zurückgeblieben. Nach dem jüngst in
einer Hauptversammlung des Vereins Berliner Künstler
erstatteten Berichte belief sich die Einnahme an
Eintrittsgeldern auf M. 199507 gegenüber M. 217971
im Vorjahre. Die Verkaufsergebnisse waren im
Jahre 1901: M. 296024, 1902: M. 235043. Da verschiedene
Verkaufsunterhandlungen zur Zeit dieser
Feststellung noch schwebten, dürfte vielleicht die
Samme von M. 250000 erreicht werden, was aber
immerhin noch ein Minus von ca. M. 45000 bedeudet,
gar nicht zu reden davon, daß auf der Deutsch-
Nationalen Kunstausstellung zu Düsseldorf z. B. das
Verkaufsergebnis bis zum 1. Oktober ca. M. 500000
betrug.
LOUIS CORINTH
BILDNIS DES HERRN C.
VERMISCHTES
r\ÜSSELDORF. In nachstehendem
*^ bringen wir die vom Kongreß zur
Regelung des Ausstellungswesens vereinbarten
Satzungen zum Abdruck,
die in Verfolg der s. Zt. gefaßten Beschlüsse
(vergl. d. Notiz a. S. 528 d.
vor. Jahrg.) jetzt den dafür in Betracht
kommenden Körperschaften zur
probeweisen Durchführung vorgelegt
werden. Unter Benutzung der dabei
zu machenden Erfahrungen hofft man
alsdann auf einer für 1904 angesetzten
Versammlung zu definitiven Normen
zu kommen, die allgemeiner Anwendung
sicher sein können. Dem für die
weitere geschäftliche Behandlung der
Angelegenheit eingesetzten Bureau
gehören an: F. Bosch (Vorsitzender),
G. Macco (Schriftführer), H. Modersohn
und C. Schultze. Die ,,Ausstellungsbedingungen
" lauten wie
folgt: ^
1. Anmeldung. Jeder Künstler, welcher
ein Bild auszustellen wünscht, hat vorher
bei der betreffenden Ausstellung schriftlich
anzufragen, unter gleichzeitiger Angabe der
ungefähren Größe des Bildes einschließlich
Rahmen; bei plastischen Arbeiten ist Angabe
des Gewichts erforderlich. Seitens der Ausstellung
ist dem Künstler Mitteilung zu
machen von der Ankunft des Bildes sowie
von jeder Beschädigung, welche das Bild
bei der Ankunft bereits aufweist oder während
der Ausstellungsdauer erleidet. Findet
eine Ausstellung in verschiedenen Serien statt,
so ist dem Künstler anzuzeigen, mit welcher
Serie sein Bild zur Ausstellung gelangt. Wird
ein Kunstwerk nicht rechtzeitig angemeldet
oder eingeschickt, so ist die Ausstellung berechtigt
, die Annahme zu verweigern, hat
jedoch hiervon möglichst bald dem Künstler
Kenntnis zu geben.
2. Verpackung. Die Kunstwerke sind in
hinreichend starken Kisten, deren Deckel
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