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FRITZ BURGER
BILDNIS DES PROF. H.WÖLFFLIN
FRITZ BURGER
Unter den jüngeren Schweizer Porträtisten
ist in letzter Zeit besonders Fritz Burger
mit Erfolg hervorgetreten.
Ich erinnere mich noch sehr wohl, wie
mich in der vorletzten „Nationalschweizerischen
Kunstausstellung" — sie wurde in Basel
abgehalten — drei Porträts von Burger aufs
angenehmste frappierten. Das eine stellte
einen vornehm lässigen Pariser dar in grauem,
kühlem Gesamtton, zu welchem die Fleischtöne
des Gesichtes aufs feinste gestimmt
waren; das zweite gab den bekannten Münchner
Kunstgewerbler Pankok (Abb. a. S. 111),
frisch, lebendig, farbig, in der ganzen urwüchsigen
Nicht-Decadence seines Wesens;
das dritte war ein Doppelbildnis zweier
Brüder des Künstlers: rosig und blond der
Totaleindruck, wieder Leben aus Leben,
Wirklichkeit aus Wirklichkeit.
Ich trug kein Bedenken, diese drei Gemälde
damals für mich an die Spitze der
vielen ausgestellten Bildnisse zu setzen, und
sofort erwachte in mir auch der Wunsch,
noch mehr von Burger kennen zu lernen.
Ich ging nach München, und in der Secessions-
Ausstellung trat mir als eines der lebendigsten
Bilder sofort Burgers Porträt des bayrischen
Kriegsministers von Asch (s. S. 112) entgegen.
Es fiel mir dabei wiederum wohltuend auf,
wie fein, bei aller Kraft, Burger in der Farbe
war: die vielen Orden auf der Uniform waren
aufs geschickteste dekorativ verwendet
nicht im Sinne des Ordens - Dekorationsschmuckes
, sondern malerisch; sie gaben farbiges
Leben, waren aber doch wieder so diskret
behandelt, daß sie dem über dieser besternten
Brust sitzenden ausdrucksvollen
Kopfe nichts von seiner plastischen Wirksamkeit
und von seiner Leuchtkraft nahmen.
Burger schien mir also vor allem eines zu
besitzen, ein Undefinierbares, Unwägbares:
Geschmack. Dieser war so delikat, daß ich
mir sagte: Er ist, wenn er auch zum guten
Teile angeboren sein wird, jedenfalls jenseits
der Vogesen geschult worden.
Angebinde von der Wiege her konnte es
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