Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 115
(PDF, 173 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0137
FRITZ BURGER

Neben die Herren- traten gleich von Anfang
an auch Damenporträts. Sah man
mehrere dieser Bildnisse nebeneinander, so
überraschte die scharf individualisierende Gestaltung
auch hier: da stand die strenger
stilisierte „grande Dame", dort das junge Mädchen
in freierer Haltung, daneben wohl auch
noch das Mädchen als Kind in völlig ungezwungener
, an gar keine Porträtpose mehr
gemahnender Stellung. Und immer wieder
mußte man die farbige Behandlung dieser
Figuren bewundern: Masse gegen Masse,
Fleck gegen Fleck, und diese koloristischen
Momente durch unmerkliche Ausgleichung
in intime Beziehung zu einander gesetzt.
Mit einem Wort, das echt und vornehm
Dekorative ist in Burgers Bildern vorzüglich
erreicht. — Wie geschickt Burger auch
speziell das Kinderporträt behandelt, zeigen
zwei der hier mitgeteilten Proben: ein Knabe
in ausgesucht bubenhafter Haltung, und ein
Mädchenkopf (Burgers Töchterchen), heuer auf
der Münchener Secession, mehr nur Studie,
aber farbig von flotter Frische.

Bereits haben schweizerische Museen
Burgersche Bilder erworben, und in aller-
jüngster Zeit ist man auf den famosen Por-
trätisten auch in Berlin aufmerksam geworden
. Es heißt sogar, Burger gedenke dorthin
überzusiedeln.

Jedenfalls wird der Künstler überall, wo
man seine Werke kennen lernt, als ein Meister
in seinem Fache Anerkennung finden. Er
ist allerdings etwas weniger „modern" als
manche seiner Fachgenossen; dafür hat er
immer nach exakter Zeichnung gestrebt und

die Grenzen innegehalten, welche der Bildnismalerei
nun einmal gesteckt sind. Aber gerade
den daraus resultierenden bewußten Verzicht
auf allzu starke Betonung der Künstler-
Eigenart zu Ungunsten des Dargestellten
dürften ihm manche hoch anrechnen.

Albert Gessler

FRITZ BURGER pinx.

115

15'


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