Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 150
(PDF, 173 MB)
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VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

JOSEPH LLIMONA YBRUGUERA

VON AUSSTELLUNGEN

UND SAMMLUNGEN

D ERLIN. Kaulbach-Ausstellung bei Schulte.

Es war im Frühling 1886, als Fritz
August von Kaulbach in Schultes Salon
seine erste Sonderausstellung bot, und seitdem
ist dieser Münchener Maler den Berliner
Kunstfreunden ein stets willkommener
Gast. Denn der Reichtum seiner Farbensprache
, die Reife seines Könnens, die Feinheit
seines Geschmacks haben mit den Jahren
keine Verminderung, sondern eine Steigerung
erfahren. Der oft als »nur ein Eklektiker«
bezeichnete Künstler steht jetzt inmitten seiner
Kollegen von heute mehr als je auf seinem
Eigenen, denn die sichtbar starke Beeinflussung
durch moderne holländische Meister,
durch zahlreiche in Paris geschulte Amerikaner
und Skandinavier, durch namhafte französische
Impressionisten, welche in unserm deutschen
zeitgenössischen Kunstschaffen für jeden, der
vorurteilsfrei ist, aufs störendste zutage tritt,
hat jenen Vorwurf längst entkräftet. Seine
hochgepriesenen Genossen haben gerade
durch eigenes Ungeschick: unfeine Auffassung,
flüchtige Zeichnung, übertriebene oder schab-
lonierende Charakterisierung und — allzu
treues Nachempfinden berühmter Vorbilder,
am wirksamsten dazu beigetragen, daß Kaulbachs
künstlerische Eigenart, welche seit
Jahren innerhalb bestimmter sich erweiternder
Grenzen die gleiche geblieben ist, eine
bedeutsamere wurde. So geschmacklos wie
jene hat der frühere Münchener Akademiedirektor
niemals das Erbe der großen Meister
der Malerei für sich nutzbar gemacht, er
trat ihnen als ein geistreicher Könner gegenüber
, welcher ihre Sprache recht verstand und
von ihrer Eigenart das nahm, was die Grenzen

seiner Kunst — die er stets
wohl kannte — erweiterte. Wer
aber Kaulbachs Schaffensweise
recht beobachtet hat, der wird
mit Freuden inne, daß gerade
in die jüngste Phase seines
Lebenswerkes ein neuer frischer
Zug'gekommen ist, der in mehreren
köstlich natürlichen Kinderbildnissen
zum sieghaftesten
Ausdruck gelangt. Wie ungesucht
in der Haltung ist die
blonde Kleine, welche so ernsthaft
ihren Hund umfaßt, wie
lustig"j?.guckt des' Künstlers
dunkeläugige Jüngste vom Arm
der Mutter herab in die Welt,
und als welch selbständiges
temperamentvolles Dirnchen
zeigt sie sich einige Jahre
später im warmen Winterkleid!
Auch die kleine Engländerin
in mattviolettem Gewände ist
trotz aller Eleganz und Schönheit
ein Kind rechter Art,
fröhlich und sinnig zugleich,
wie ihr schlanker gleichaltriger
Bruder. In diesen fünf Kinderporträts
pulsiert warmes Leben;
der Wohllaut des Kolorits, die
fein abgewogenen Farbenwerte sind in der Tat.eine Augenweide
, aber eindrucksvoller bleibt dennoch das seelische

KOMMUNIKANTINNEN

A1ARIANO BENLLIURE

DER SEL. JUAN DE RIVERA

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