Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 183
(PDF, 173 MB)
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-sr^> VON AMERIKANISCHER SKULPTUR

widmet ist: die trauernde Irin mit zwei Jünglingen
, dem Patriotismus und dem lyrischen
Gesang (Abb. s. S. 178). New York besitzt von
ihm das dem Architekten Hunt zu Ehren errichtete
Monument (s. d. drei Abb. a. S. 179):
die Büste kräftig und lebendig, die den Säulengang
flankierenden Figuren „Architektur und
Skulptur" voll Adel und Formgefühl.

Feinsinnig und vornehm wie French erscheinen
auch J. Q. A. Ward, dessen Beecher-
Denkmal zu nennen wäre(Abb.s.S. 189u. 191),
und W. O. Partridge, der zuerst besonders in
Porträtbüsten Hervorragendes leistete. Auch
seine Reiterstatue General Grants in Brooklyn
(s. S. 191) zeigt deren Vorzüge, die, wie
z. B. bei der Büste Lincolns (s. S. 194), in
scharfer Charakteristik und verblüffender
Lebenswahrheit bestehen. Dazu aber erkennt
man an dem großen Denkmal auch ein so
sicheres Verständnis für die Modellierung des
Pferdes, dass selbst ausgesprochene Tierplastiker
, wie H. M. Shrady (s. S. 193) und
A. Phimister Proctor (s. S. 186), es nicht
besser hätten machen können.

George G. Barnard, der neben F. E.
Elwell (s. S. 195) genannt sei, erregte nach
seiner Rückkehr aus Paris vor etwa sechs
Jahren Aufsehen durch Arbeiten, die man als
Problemskulpturen bezeichnen möchte. Eine
Probe davon: „Zwei Naturen", die guten.und
bösen Instinkte in unserer Brust, durch einen
niedergeworfenen und einen aufrechten Jüngling
von gleichen Zügen dargestellt, der eine
mit brutalem, fast tierischem Ausdruck, der
andere mit einem edlen Gesicht (s. S. 194).
Ein Ueberschuß an Kraft ist bei diesem Künstler
vorhanden und eine Eigenart, die sich um
keine Tradition kümmert. Für Buffalo schuf
er „Die großen Gewässer unter den Indianern
und unter den Weißen", zwei Gruppen, in
denen das jugendliche Uebermaß an Kraft
abgeklärt erscheint.

Als eine erfolgreiche Vertreterin der Kleinplastik
kann Bessie O. Potter gelten, deren
hier abbildlich mitgeteilte „Tänzerin" (s. S. 188)
von zarter Anmut erfüllt ist.

Zwei eingewanderte Künstler, die ursprünglich
hierher berufen wurden, um die Schlösser
und Gärten mehrerer Millionäre mit Skulpturen
zu schmücken, und alsdann sich hier seßhaft
machten, sind Karl Bitter und Isidor Konti.
Der erstgenannte ist den Lesern der „K. f. A."
bekannt aus der Schilderung des Dewey-
Triumphbogens (XV. Jahrg. S. 162), im Vorjahr
wurde er zum „Direktor der Skulpturen" an
den Bauten der Buffalo-Ausstellung ernannt, für
die er vier lebendige, keck zugreifende „Standartenträger
" modellierte. Konti, der begabte

Schüler Karl Kundmanns in Wien, schuf für
eben diese Bauten die Gruppe „Das despotische
Zeitalter" sodann eine kraftvolle Allegorie
für einen der brunnengeschmückten Plätze,
Kinderfiguren voll Schalkhaftigkeit und Natürlichkeit
für den Fontänenhof und vier Gruppen
für den Musiktempel (s. d. Abb. zweier auf
S. 185). Ungewöhnliches Formgefühl, eine geradezu
virtuosenhafte Leichtigkeit und Grazie
in der Modellierung, die sich mit scharfer Charakteristik
und feinsinniger Auffassung verbinden
, zeichnen diesen Künstler aus. Deutscher
von Geburt ist auch Joh. Gelert, der hier
mit einer charakteristischen Statue desMärchen-
dichters Andersen (s. S. 184) vertreten ist.

AUG. ST. GAUDENS GRABFIGUR

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