Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 196
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0224
VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^=^

IX/lÜNCHEN. Im Kgl. Kupferstich - Kabinett ist
eine Anzahl Zeichnungen und Lithographien
des verstorbenen Emil Lugo ausgestellt, die dieser
der Sammlung vermacht hat. Sie zeigen den Entwick-
lungsgangdes Künstlers von dessen siebzehntemjahre
an (1857), und zwar in einem wesentlich anderen
Lichte, als er bisher erschien (vergl. »K. f. A.«, XV.
Jahrg., S. 111). Seinen ersten Jugendarbeiten — Naturstudien
nach Bäumen u. dgl. — folgen monumental
aufgefaßte Kreidezeichnungen und besonders eine
Reihe mit der Feder ausgeführter Schwarzwaldansichten
von 1868, die völlig zeichnerischen Charakter
tragen. Von da ab wird sein Vortrag immer
malerischer, in steter Steigerung zu weichen, farbensatten
Aquarellen und tonigen Kreideblättern in den
achtziger Jahren, und endlich zu großen mit breitem
Pinsel gemachten Baumstudien der letzten Zeit. Das
gleiche Streben zeigt sich auch in seinen Lithographien
. Während er in den frühesten (St. Salvator,
erster Zustand, 1895 und Schwarzwald-Märchen 1896)
nur mit Strichen arbeitet, geht er später immer mehr
auf Flächenwirkung aus. Am stärksten tritt uns dies
bei seinen letzten Blättern entgegen, der »Vergänglichkeit
« (1900) und der stimmungsvollen >Abend-
landschaft mit der Schafherde* (zweiter Zustand,

1901). Dr. S. Gf. PüCkler-Ltmpurg

A MSTERDAM. Die Ausstellung von Zeichnungen,
Pastellen und Aquarellen in »Arti et Amicitiaei
zeichnet sich durch überraschend guten Durchschnitt
aus. Wir finden viele neue Namen und unter ihnen

HERBERTADAMS R E L i E F A N E i N E M

GRABMAL « « « «

fiel uns besonders ein Mädchenkopf in Kohle von
M.Wandscheer, (Ede) auf. Willy Sluiter schickte
einen Fischer, dem wir bereits auf der Fischereiausstellung
in Katwijk begegnet zu sein glauben.
Sein Bild einer alten Frau hat alle Vorzüge seines
Könnens, ist aber etwas zu dekorativ herausgearbeitet.
Der Preis »Willink Collen« wurde M. Monnicken-
dam für eine Zeichnung und E. van Beever für
ein Pastell zugesprochen. Buffa & Zonen

brachten eine Kollektivausstellung der Arbeiten
von Isaak Israels, dem Sohne des bekannten
Josef Israels. Das Talent hat sich vom Vater auf den
Sohn vererbt, der seinen Pinsel noch realistischer
und verblüffender führt, und dessen Art man am
ehesten der Breitner's zuneigen sieht, der seinerseits
vielfach mit Trübner verglichen wird. — Viel
Zuspruch und Interesse fand J. Nieuwenkamp, der
seine Arbeiten, Holzschnitte und Innendekorationen
in dem Atelier seines geschmackvoll ausgestatteten
Wohnschiffes dem Publikum zugänglich machte.
Auch Daubigny hat bekanntlich die besten seiner
Arbeiten auf dem Wasser ins Leben gerufen. H. N.

AACHEN. Die Gemäldegalerie des Suermondt-
museums ist jüngst durch ein großes religiöses
Bild des Berliner Malers A. von Brandis bereichert
worden, das die Grablegung Christi darstellt. Der
Künstler hat den Vorgang aus der Sphäre des
Mystisch-Religiösen in die des rein menschlich Ergreifenden
übertragen und seiner Auffassung schon
durch den Titel des Gemäldes: >Für Dich!« auch
für den oberflächlichen Beschauer wirksam und
würdig Ausdruck gegeben. Sein Werk ist in der
ganzen Komposition, namentlich auch in der Zeichnung
der Figuren, edel gehalten. Auch in der Stimmung
des landschaftlichen Teils, bei dem man das
koloristisch fesselnd wiedergegebene Durchbrechen
des Frührots durch regenschwere Wolken fast als
einen symbolischen Hinweis auf den nahen Auferstehungsmorgen
empfindet, entspricht es feinsinnig
dem letzten Abschluß des Dramas von Golgatha.

H. S.

"P\ARMSTADT. Für die Großherzogl. Gemälde-
galerie ist auf der Düsseldorfer Ausstellung
die Landschaft »Einfahrt in Nieuport« von Eugen
Kampf angekauft, desgleichen wurde aus der bei
Hermes & Co. in Frankfurt a. M. ausgestellt gewesenen
Kollektion von Werken Ludwig von Hof-
mann's ein Oelgemälde »Frau am Meeresstrande«
erworben. — Großfürst Sergius von Rußland hat
Prof. Ludwig Habich von der Künstlerkolonie mit
der Ausführung eines Erinnerungsdenkmals für seine
verstorbene Mutter beauftragt, das in Gestalt eines
trauernden Engels gedacht ist. — Im Kunstverein
fand eine kleine Kollektion neuer Porträts von Curt
Kempin allgemeinen Beifall. Aus Anlaß des
achtzigsten Geburtstages des einheimischen Prof.
Noack wurde von Freunden des Künstlers dessen
großes Oelbild »Paulus vor dem hohen Rat« angekauft
und der noch im Bau befindlichen Pauluskirche
zum Geschenk gemacht. Bis zur Vollendung dieser
Kirche wird das Bild in einem Saale der Großherzogl.
Gemäldegalerie aufgestellt. —r—.

F\ÜSSELDORF. Der Städtischen Gemälde-Galerie
sind wieder zwei sehr wertvolle Zuwendungen
gemacht worden. Das Gemälde Andreas Achenbach
^ »Fischmarkt in Ostende«, eines der aller-
bedeutendsten dieses Künstlers, schenkte Hugo von
Gahlen, die in der Deutsch-Nationalen Kunstausstellung
vielbewunderte Bronzefigur von Walter
Schott in Berlin »Kugelspielerin« stiftete der
Stadtverordnete Gustav Herzfeld. tz.

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