Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 205
(PDF, 173 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0237
«tf^5> BRUNO HEROUX

BRUNO HEROUX rad.

strument ihr anweisen. Dem Zuge der Zeit
entsprechend, und weil es seiner Neigung
entspricht, hat Heroux der künstlerischen
Anfertigung von Ex libris seine besondere
Aufmerksamkeit gewidmet. Seine besten
Arbeiten dürften diesem Gebiete angehören,
und nichts ist für deren Bedeutung mehr bezeichnend
, als die Tatsache, daß der beste
Kenner der Ex libris-Kunst, der Graf zu
Leiningen-Westerburg, sich nicht nur sein
eigenes Bücherzeichen von Heroux anfertigen
ließ, sondern „dieses aufstrebende, reiche
Talent" Mäcenen und Kunstverständigen zur
Erteilung von Aufträgen warm empfohlen hat.
Auch das Bücherzeichen eines Münchener
Kunstfreundes, das a. S.204 abgebildet ist, hat
Heroux angefertigt: es ist wieder ein Holzschnitt
, dessen lapidare Formensprache bei
aller Einfachheit der Technik und Schlichtheit
der Linienführung so hervorragend in
der Wirkung ist, daß ihm nur wenige ähnliche
Kunstblätter als ebenbürtig an die Seite gestellt
werden können. Werke dieser Art
zeigen unseres Erachtens, was wir von dem
Holzschnitt der Zukunft, wenn er von einer
verständnisvollen Hand gepflegt wird, zu erwarten
haben, und daß Heroux der Mann wäre,
ihm die Bahnen zu weisen, die ihn wieder zu
Ehren bringen könnten. Bruno Heroux ist
überhaupt als Graphiker der geborene Mann
für unsere Zeit. Künstler von diesem soliden

Können, diesem ernsten Streben, dieser
Schlichtheit des persönlichen Wesens, dem
alle Ueberhebung, alles was nur im entferntesten
an Stolz anklingen könnte, verhaßt
ist, werden nie auf Abwege geraten können.
Sein gesunder Sinn wird seine Kunst in den
rechten Bahnen erhalten und sie hoffentlich
noch neue auffinden lassen — schon seine
jetzigen Leistungen geben ihm ein Anrecht
auf einen Platz neben den beiden berühmten
Leipzigern Max Klinger und Otto Greiner!

Julius Vogel

GEDANKEN ÜBER KUNST

Der Kunstgenuß soll dem Geiste durch das Gemüt
vermittelt werden, nicht umgekehrt.

*

Wir erleben heute eine Art umgekehrten Mäcenaten-
tums. Die Kunst gewährt es der spielenden Strebsamkeit
fürstlicher Talente.

*

Mittelmäßigkeit hilft überall gut voran, nur nicht
in der Kunst.

*

Der Dilettantismus und die Kunstübung ohne den
göttlichen Funken bilden eine besondere Art von
Philistern: Die Philister der Nachahmung.

Aus „Greift nur hinein . . . ."
Neue Aphorismen von Georg von Oertzen
(Heidelberg, Carl Winter's Univers.-Buchhdlg.)

BRUNO HEROUX »MEIN ALTER KUPFERDRUCKER
« « (Radierung)

205


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