Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 214
(PDF, 173 MB)
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-sr4sö> PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN <ö^~

HUGO BÜRGEL

GRAUER TAG

PERSONAL- UND

ATELIER-NACHRICHTEN

PvRESDEN. Der staatliche Wettbewerb für säch-
sische Bildhauer, 7U dem der sächsische Landtag
20000 M. bewilligt hatte, hat eine rege Beteiligung
der Leipziger und Dresdener Bildhauer gefunden
: zweiundvierzig Künstler haben hundertein-
unddreißig Arbeiten eingesendet. Es handelte sich
um Förderung der Kleinplastik, die ja so gut wie
allein der Bildhauerkunst im deutschen Heim eine
Stätte zu bereiten im stände ist, es handelte sich
ferner darum, die Künstler auf die Forderungen des
Materialstils hinzuweisen, auf die verschiedenartige
Behandlung von Marmor, Bronze u. s. w. Demgemäß
war verlangt, daß die Arbeiten in echtem
Material abgeliefert würden oder, wenn ausnahmsweise
in Gips, dann wenigstens farbig so behandelt,
daß die beabsichtigte Wirkung erkennbar wäre.
Endlich war Bedingung, daß nur von talentvollen
Künstlern etwas angekauft würde, damit die Unterstützungen
auch wirklich der Kunst zu gute kämen.
Dieser Forderung gemäß hatten die Bewerber ihre
Namen offen anzugeben. Das ist für die Güte der
abgelieferten Arbeiten von Vorteil gewesen. Die
Menge minderwertiger Arbeiten, die zu dem Wettbewerbe
der Stadt Dresden Anfang des Jahres 1902
einging, fehlte diesmal. Der Staat hat nun auf
Vorschlag des akademischen Rates dreißig Arbeiten

von sechsundzwanzig Bildhauern für 18360 M. angekauft
, darunter sehr tüchtige Arbeiten, wie August
Pfeiffers Marmorgruppe »Erste Liebe«, August Hud-
lers farbiges Majolikarelief »Mutter und Kind«,
Richard Königs bindenanlegenden Ringer (»Nach
dem Kampf«) und Otto Päßlers »Mädchen im Winde«
(beide in Bronze), August Schreitmüllers »Betende
Nonne« (in Holz geschnitzt und bemalt), dazu Plaketten
von Reiß, Heinrich Wedemeyer, Fritz Hörnlein
und Paul Sturm, sowie endlich kunstgewerbliche
Gegenstände von Fritz Kleinhempel und Erich Klein-
hempel (Tintenfaß, Briefbeschwerer, Leuchter). Von
den angekauften Werken sollen diejenigen von Röder
(Ruderer), Ockelmann (Frühling), Päßler (Mädchen
im Winde), Rühm (Susanna), Mörlin (Mädchen mit
Blume), Kretzschmar (Zankende Bärin), Fritz und
Erich Kleinhempel (Leuchter, Affe und Eule als
Briefbeschwerer und Tintenfaß) in den Repräsentationsräumen
des Ministerhotels Dresden, Seestraße,
als Staatseigentum aufgestellt werden, um den dort
verkehrenden Kreisen vor Augen zu führen, wie
sehr sich derartige Werke der Kabinetts- und Kleinplastik
zur Ausschmückung vornehmer Gesellschaftsräume
eignen. Man hofft hierdurch die Kauflust
auch in Privatkreisen anzuregen und dadurch einen
Hauptzweck der Staatsankäufe mit erfüllen zu helfen.
Hudlers Relief wird im Korridor des Dresdener
Akademiegebäudes aufgestellt, und die übrigen Arbeiten
werden der kgl. Skulpturensammlung zu Dresden
(Albertinum) überwiesen. — Für das Albertinum

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