Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 215
(PDF, 173 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0247
^s5> PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN <^ä^

ergibt sich hieraus nichts weiter, als daß im laufenden
Jahre der dritte Teil sämtlicher Ankäufe nicht
vom Direktor des Museums, sondern vom akademischen
Rate beschlossen worden ist, daß also an
Stelle eines Mannes eine Kommission getreten ist.
Das Kommissionswesen aber ist der Kunst noch
nie zum Vorteil gewesen.

D

BENGT NORDENBERG
(f am 14. Dezember 1902)

ÜSSELDORF. Am 14. Dezember 1902 ist der
Genremaler BengtNordenberg im achtzigsten

Lebensjahre gestorben.
Er war das letzte überlebende
Mitglied der
skandinavischen Malerkolonie
, welche, durch
den Ruf der Düsseldorfer
Schule angezogen,
sich in der Mitte des
vorigen Jahrhunderts
hier niederließ. Geboren
1822 in Kompinfulla
(Landschaft Blekingen)
in Schweden, hütete er
als Knabe das Vieh, kam
dann zu einem Zimmermann
in die Lehre und
konnte erst 1851 die
Düsseldorfer Akademie
beziehen, wo Theodor
Hildebrandt sein Lehrer
war. B. Nordenberg
schilderte, wie sein
großer Landsmann Adolf Tidemann, ausschließlich
das Bauern- und Volksleben Skandinaviens. tz.

DARMSTADT. Professor Peter Behrens ist
nunmehr endgültig zum Direktor der Düsseldorfer
Kunstgewerbeschule ernannt worden. Der
Abschied von Darmstadt wird ihm wohl nicht
schwer fallen, denn mit der Stadt und der
Künstlerkolonie war er schon seit Schluß der
vorjährigen Ausstellung nur noch sehr äußerlich
verbunden. Des Künstlers Haus auf der Mathildenhöhe
harrt des Käufers. Behrens' Weggang bedeutet
für Stadt und Staat den Verlust eines zukunftsreichen
Talentes, für die Kolonie einen weiteren Schritt zur
Auflösung. Christiansen weilt in Paris, Bürck wirkt
an der Magdeburger Kunstgewerbeschule und Patriz
Huber ruht auf dem Mainzer Friedhof. Nur Olbrich,
Habich und Bosselt schaffen noch im Ernst-Ludwigshause
, jeder für sich, denn von gemeinsamen Taten
der Darmstädter ist keine Rede mehr. Wohl hat man
vor Monaten neue Berufungen versprochen, doch
jetzt ist's still davon geworden, und immer gewisser
wird die Tatsache, daß die Künstlerkolonie als solche
aufgehört hat zu existieren. -r-

W/EIMAR. Die Großherzogliche Kunstschule,
" welche von ihrem jetzigen Direktor Professor
Hans Olde auch Damen geöffnet wurde, erfreut
sich eines sehr lebhaften Besuches. Neu eingeführt
sind, wie schon kurz berichtet, mit praktischen
Uebungen verbundene Vorlesungen über Farbenlehre
von dem Maler Paul Schultze-Naumburg und
über Radierung und Lithographie von Professor
Otto Rasch. — Der Kunstschule angegliedert,
aber unabhängig von ihr, ist das kunstgewerbliche
Seminar des Prof. Henry van de Velde, das im sogenannten
Prellerhause untergebracht wurde. — Dem
Landschaftsmaler Christian Rolfs und dem außerordentlichen
Lehrer für Kunstgeschichte an der Groß-
herzogl. Kunstschule Otto Eggeling wurde vom
Großherzog der Titel »Professor« verliehen. r.

F>ERLIN. Prof. Wilh. Trübner und Bildhauer
Louis Tuaillon sind in den Vorstand der
Berliner Secession gewählt worden.

DONN. Domkapitular Dr. Alexander Schnütgen
in Köln, einer der hervorragendsten Kenner
christlicher Kunst, wurde zum Honorar-Professor
an der hiesigen Universität ernannt.

AMSTERDAM. Der Kupferstecher Professor
Rudolf Stang hat seiner Lehrtätigkeit an der
hiesigen Akademie entsagt. Bei seinem Abschied
von Amsterdam, der Künstler ist nach Boppard a. Rh.
übergesiedelt, wurden ihm außerordentliche Huldigungen
von seiten der hiesigen Kunstkreise bereitet.
Der Nachfolger des Meisters in seinem Lehramt
ist sein Schüler P. Dupont.

CREIBURG i. B. Auf dem hiesigen Hauptfried-
*■ hofe ist vor einiger Zeit auf dem Erbbegräbnis
der von Wrangeischen Familie das untenstehend
abgebildete Grabdenkmal errichtet worden, dessen
Schöpfer der Münchener Bildhauer Gg. Schreyögg
ist. Der Künstler versucht in diesem Denkmal nicht
ohne Erfolg mit wenigen Mitteln große Wirkungen
zu erzielen: die ideal schöne Frauengestalt, die sorgfältigmodelliert
ist, ist von sinnig keuschem Reiz umweht
. Die Ausführungerfolgte in edelstem Marmor. E.

JV/l UNCHEN.

Von der
Akademie der
bildenden Künste
. Das Ergebnis
der Preisaufgaben
für
das Studienjahr
1902/3 ist folgendes
: Von der

Zuerkennung
des 1. Preises
in der Abteilung
Malerei
wurde heuer abgesehen
, dagegen
wurden fünf
zweite Preise
im Betrage von
je 100 M. an
die Maler Ferd.

Attenhuber,
Xaver Dietrich,
A. Harms, Leo
SteinundSpiros
Wukatos verliehen
. In der
Abteilung Bildhauerei
erhielt
den ersten Preis
(200 M.) der

Studierende
Hans Peratho-
ner, drei zweite
Preise (je 100
M.) wurden K.
Bauer, Ludwig
Kindler und Jo-
sefWackerle zuerkannt
. Außerdem
erhielteine
Reihevon Arbeiten
, wie üblich,
Belobigungen.

georg schreyögg « grabfigur

215


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